Die Geburtsstation in Schwabmünchen meldet sich von 1. Mai bis Herbst ab

Die Geburtshilfe an der Schwabmünchner Wertachklinik muss sich von 1. Mai bis Herbst abmelden. Foto: Karl Rosengart


Von Montag, 9. April, bis Montag, 30. April, ist der Kreissaal der Wertachklinik in Schwabmünchen für werdende Mütter geöffnet. Doch schon zum 1. Mai muss sich die Geburtsstation in Schwabmünchen abmelden - bis voraussichtlich Herbst. Das hat der Verwaltungsrat der Wertachkliniken in einer Sondersitzung beschlossen. "Oberste Priorität hat die gute Versorgung der werdenden Mütter und ihrer Babys", erklärt Schwabmünchens Bürgermeister Lorenz Müller. "Deshalb haben wir uns schweren Herzens dazu entschlossen, die Geburtshilfe vorübergehend abzumelden, um in dieser Zeit wieder ein stabiles Geburtshilfe-Team aufzubauen."

Aufgrund der spontanen Absage einer Hebamme musste die Geburtshilfe in Schwabmünchen für zwölf Tage, von 28. März bis 9. April, abgemeldet werden. Im Anschluss daran ist die Geburtsstation bis Ende April geöffnet. Doch ab 1. Mai werden nicht mehr genügend Hebammen zur Verfügung stehen, um eine Betreuung der werdenden Mütter und ihrer Babys zu ermöglichen. "Die Versorgung im südlichen Landkreis ist jedoch grundsätzlich durch die Geburtshilfe der Wertachkliniken in Bobingen weiterhin sichergestellt", sagt Klinikvorstand Martin Gösele.


Die vielfach gestellte Frage, ob man die Geburtsstation in Schwabmünchen mit dem Hebammen-Team aus Bobingen aufrecht erhalten könne, wurde auch in der Sondersitzung des Verwaltungsrates diskutiert. Die selbstständig tätigen Hebammen aus Bobingen können jedoch nicht zu einer Tätigkeit in Schwabmünchen verpflichtet werden. Zudem erlauben die Kapazitäten in Bobingen nur punktuelle Hilfeleistungen in Schwabmünchen. Und das reicht derzeit nicht aus, um die Geburtshilfe in Schwabmünchen sicherzustellen.

Die Geburtshilfe in Schwabmünchen muss nachhaltig wieder aufgebaut werden

Deshalb ist das Ziel des Verwaltungsrates der Wertachkliniken der nachhaltige Wiederaufbau einer leistungsfähigen und stabilen Geburtshilfe in Schwabmünchen. Sollte dies früher als erwartet gelingen, würde selbstverständlich auch der Kreissaal wieder früher geöffnet, verspricht der Verwaltungsrat. In der Zwischenzeit werden in Schwabmünchen auch weiterhin nach Möglichkeit geplante Kaiserschnitte durchgeführt - und, soweit möglich, eine gynäkologische Notfallambulanz aufrechterhalten. Damit soll die Geburtshilfe an diesem Standort auch in der Phase der Abmeldung bewahrt bleiben.


Diesem Ziel diene auch, dass im April eine Kinderarztpraxis in der Wertachklinik Schwabmünchen eröffnet. Klinikvorstand Gösele hatte Dr. Jochen Winkler an die Wertachklinik geholt, weil dieser aufgrund seiner Zusatzausbildung als Neonatologe auch ein Spezialist für die Versorgung von Neu- und Frühgeborenen ist. "Damit ist er eine große Bereicherung für die zukünftige Geburtshilfe in Schwabmünchen", erläutert Gösele. (pm)
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