Die Kindergärten sorgen für Wirbel

Von Christian Kruppe
Schwabmünchen Die Kinderbetreuung war das große Thema in der jüngsten Sitzung des Schwabmünchner Stadtrates. Denn die Betreuungsplätze sind weiter knapp. Daher soll schnellstmöglich gebaut werden. Während ein Projekt gute Fortschritte macht, kündigen sich beim zweiten Probleme an.
Die Planung zum Ausbau des Don Bosco-Kindergartens in Schwabegg schreitet zügig voran. Planerin Birgit Dreier aus Krumbach hat ihr erste Konzept überarbeitet. Die neue Variante fand im Rat breite Zustimmung. Die erste geplante Erweiterung, die zwei Gruppen umfasst, fand seinerzeit durchaus Zustimmung, doch die Kosten und der massive Eingriff in den Gebäudebestand sollte nochmals überarbeitet werden. Dem kam die Architektin Dreier nach. Der überarbeitete Vorentwurf sieht weiterhin einen Anbau auf der Ostseite vor. Dort finden im Erdgeschoss Garderoben und Kindergrippe Platz, darüber entstehen ein Speise- und ein Mehrzweckraum. Auch das notwendige zweite Treppenhaus und der Aufzug finden nun im Neubau Platz. Außerdem sind im bestehenden Teil des Dachgeschosses weitere Toiletten sowie Personal- und Therapieräume vorgesehen. Nun soll zügig die Planung und dann der Bau vorangetrieben werden. Dabei muss auch die Stellplatzsituation überdacht werden, „denn bei der Erweiterung werden die vier vorhandenen Stellplätze nicht mehr ausreichen“, wie Stadtrat Andreas Rest feststellt.
Schwieriger wird die Lage um den geplanten Neubau des St. Anna Kindergartens im Schwabmünchner Südwesten. Ursprünglich sollte der an der Nebelhornstraße gelegene Kindergarten St. Christopherus um zwei Gruppen erweitert werden. Durch die gestiegenen Anmeldungszahlen ist der Bedarf inzwischen auf vier Gruppen gewachsen. Um diesen Bedarf aktuell zu bewältigen ist in der Grundschule mittlerweile ein viergruppiger Kindergarten eingerichtet. Für diese Zwischenlösung gibt es eine Betriebserlaubnis für zwei Jahre. Bis dahin ist ein neuer Kindergarten nötig. Auf Grund des größeren Platzbedarfs ist der geplante Anbau an den St. Christopherus Kindergarten nicht mehr möglich. Da Schwabmünchen über keine alternativen Flächen verfügt, soll nun direkt daneben der Neubau des St. Anna Kindergartens entstehen. Doch dass missfällt vielen Anwohnern. Im Vorfeld der Sitzung, zu der rund 50 Interessierte kamen, wurde eine Liste mit 150 Unterschriften übergeben, in der um die Bedenken der Anlieger geht. Hierbei wird neben der Furcht vor einem erhöhten Verkehrsaufkommen auch der Verlust des Spielplatzes angeführt, der für den Kindergartenneubau weichen muss.
Bürgermeister Lorenz Müller erklärte hierzu dass in unmittelbarer Nähe drei weitere Spielplätze sind. Zudem haben der Bürgermeister und viele der Räte bei Besuchen in den vergangenen Tagen festgestellt, dass der Spielplatz wohl wenig bis gar nicht genutzt wird. Müller erläuterte nochmals den dringenden Bedarf des Neubaus und erklärte auch, weshalb er schon den Förderantrag gestellt hat: „Die Fördermaßnahme ist offiziell am 30. August ausgelaufen. Verzichten wir auf die Förderung, verzichten wir auf viel Geld.“ Käme es nicht zum geplanten Bau, kann der Antrag zurückgezogen werden. Dazu stellte er zudem klar: „Wenn wir nun einen neuen Standort nehmen, den wir nicht haben, beginnt alles von vorne. Wir verlieren so viel Zeit.“
Nachdem Anette Degle die Pläne für den Neubau vorgestellt hat, ging es um die Grundsatzfrage, ob das Verfahren zur Änderung des Bebauungsplanes eingeleitet werden soll. Hier betonte der Bürgermeister nochmals, dass hierbei sich alle Anwohner äußern und ihre Bedenken einbringen können. Auch den aufgekommenen Vorwurf, die Anwohner zu spät informiert zu haben, revidierte er. „Wir hatten mehrere Treffen.“ Im Zuge der Beratung störten immer wieder einige Zuhörer durch Zwischenrufe. Dies führte dazu, dass Bürgermeister Müller zur Ruhe auffordern musste. Im Laufe der Beratung blieb es weiter unruhig, so dass sich Stadtrat Josef Alletsee fragte, „ob es hierum ein Kernkarftwerk gehe.“ Zudem stellte er mit Blick auf die Furcht vor dem Verkehrsaufkommen die Frage, wann denn die Belastung käme. „Es sind rund hundert Kinder mehr, wenn die mit dem Auto gebracht werden, dann nur in der Früh für eine knappe Stunde. Das sollte für die sonst wenig befahrenen, aber großzügige Nebelhornstraße machbar sein.“
Am Ende einer langen Diskussion stand der einstimmige Beschluss, das Änderungsverfahren des Bebauungsplans einzuleiten. Zeitgleich soll versucht werden, mit den Anwohnern Lösungen zu finden.
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