Die Sicherheitswacht Schwabmünchen soll wachsen

Die neue Einsatzjacke der Sicherheitswacht. (Foto: Symbolbild: Polizeipräsidium Schwaben Nord)

„Es ist ein Gewinn, wenn sich Personen ehrenamtlich einbringen wollen“, sagt Gernot Hasmüller, Erster Polizeihauptkommissar und Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Schwabmünchen. „Dabei ist es besser, dieses Projekt langsam und fundiert anzugehen“, ergänzt er. Momentan befinden sich fünf ehrenamtliche Personen in Ausbildung zur Sicherheitswacht. Vier Männer und eine Frau. Sie sollen in Graben, Untermeitingen und Schwabmünchen zum Einsatz kommen.

„Es wird mit dem Bürgermeister und dem Vertreter des Präsidiums einen Öffentlichkeitstermin geben, bei dem die fünf Personen vorgestellt werden. Der erste Personeneinsatz ist für den 1.11. 2019 geplant“, teilt Hasmüller mit.
Herr Rober Kühn, stellvertretender Dienststellenleiter ergänzt:“ Geplant und bewilligt waren 8 Personen. Es kann problemlos aufgestockt werden, hier gibt es keinen Einsendeschluss. Die Bewerbung ist nicht abgelaufen. Die Ausbildung kann jederzeit aufgenommen werden.“
Die Bewerber durchlaufen eine fundierte Ausbildung, die nach 36 Stunden mit einem Abschlusstest und einem Gespräch endet. Erst dann können sie ihren Dienst antreten.

Was erhofft man sich von der Sicherheitswacht

Die Sicherheitswacht soll hauptsächlich zu Fuß unterwegs sein. Der Dienstplan fängt in Schwabmünchen an und hört dort auch wieder auf.
Je nach Bedarf sollen sie beim PM in Untermeitingen präsent sein, im Jugendzentrum Graben oder im Luitpoldpark.
„Da kann man sich gar nicht so festsetzen. Es gibt eigentlich keine sog. Brennpunkte. Die Orte rotieren. Mal ist es die Geyerburg in Schwabmünchen mal die Museumsstraße“, berichtet Hasmüller, „mal sind es Jugendliche, mal ist es Vandalismus oder es sind beschädigte Autos. Allgemein erhoffen wir uns durch diese Präsenz eine Gewaltverhinderung“.
Der Schwabmünchener Polizeichef spricht auch die „falschen Handwerker“ oder die Bettler an, die von Haus zu Haus ziehen und die Leute ausnutzen. Aber auch verirrte Personen oder verloren gegangen Kinder, denen man schneller helfen kann. „Unsere Sicherheitswacht kann man als wandelnde Notrufsäulen bezeichnen“, ergänzt er.
Auf die Frage, ob fünf Personen dafür nicht zu wenig wären, betont der Dienststellenleiter, dass die Sicherheitswacht die Polizei nicht ersetzen soll. „ Sie stellt nur einen kleinen Baustein der Sicherheitspolitik in Bayern dar. Wenn Sie abends um 22 Uhr die Polizei zum Beispiel wegen „Ruhestörendem Lärm“ anrufen, dann wird auch immer die Polizei kommen!“
Warum die Gemeinde Klosterlechfeld Bedenken hat und sich nicht an diesem Projekt beteiligen will, kann sich Hasmüller auch nicht so Recht erklären. „Vielleicht bestehen die Befürchtungen, dass die Polizeipräsenz durch die Sicherheitswacht abnimmt. Aber wie gesagt, das wird nicht der Fall sein! Im Gegenteil: der Plan von Ministerpräsident Söder sieht vor, dass bis 2023 jedes Halbjahr 500 Polizisten mehr eingestellt werden sollen!“
So ist auch Schwabmünchens Polizeichef guter Hoffnung, dass durch den enormen Einwohnerzuwachs des Gemeindegebiets auch hier aufgestockt werden wird. „Klosterlechfeld kann jederzeit einsteigen“, fügt er hinzu.

Eine besondere Ausstattung

Die Sicherheitswacht trägt genau wie ihre Polizeikollegen eine Uniform, die sich jedoch etwas unterscheidet. Sie tragen keine Uniformmützen und Uniformhosen, wie ihre Polizeikollegen.
Ihre Dienstkleidung ist ein Shirt in der gleichen Farbe mit entsprechendem Aufdruck. Für die kalten Monate kommt dann natürlich eine warme funktionale Jacke hinzu.
Die Kollegen der Sicherheitswacht gehören zum Verbund der Polizei und haben das Befragungsrecht sowie das Recht, Personalien aufzunehmen. Sie können Platzverweise aussprechen und von der Festnahme (Jedermann-Festnahme) Gebrauch machen. Als Ausrüstung erhalten sie ein Digitalfunkgerät, ein Erste-Hilfe-Set, eine Taschenlampe sowie ein Reizstoffsprühgerät.
Sie werden nachts zu zweit und tagsüber überwiegend allein unterwegs sein. Dabei wird sich die Hauptaktivität auf die Wochenenden fokussieren. Sie können sich jederzeit durch einen Dienstausweis ausweisen.
Die Frage, ob das Projekt auch irgendwann mal wieder eingestellt werden könnte, beantwortete der Dienststellenleiter mit einem klaren „Nein“.
„Die Sicherheitswacht soll wachsen. Wir wollen dabei aber nichts übers Knie brechen!“

Weitere Informationen erhält man unter www.sicherheitswacht.bayern.de
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