Die Standortfrage bleibt weiter offen

Mitglieder des Jugendbeirats und Juz-Leiter Harry Grießer 2 . links) mit dem Konzept
Schon bei der Jugendbeiratssitzung im Dezember sollte eingentlich ein vom Kreisjugendring und Jugendbeirat erstelltes Konzept zu einem neuen Jugendzentrum vorliegen. Doch weder Bürgermeister Lorenz Müller noch Gabriele Knoll, in der Verwaltung für den Jugendbeirat zuständig, wussten davon. Zur jüngsten Sitzung des Jugendbeirats lag das 15-seitige Werk, nun vor. Neben einer Übersicht über die Aufgaben und Tätigkeiten der Jugendarbeit in Schwabmünchen war vor allem ein Teil des Schriftstücks wichtig: Eine Zustandsbeschreibung des des aktuellen Jugendzentrums, samt einer Darstellung der aktuell herrschenden Probleme sowie ein Wunschkonzept, wie ein neues Jugendzentrum aussehen könnte. Die Mängelliste beim bestehenden Zentrum ist lang. Der energetische Zustand des Anfang des 20. Jahrhundert gebauten Anwesens hinkt der Zeit hinterher. Undichte Fester und Türen, fehlende Dämmung und eine ineffiziente Heizung machen Sorgen, auch der Brandschutz ist nicht optimal. Ein weiteres großes Problem ist die fehlende Barrierefreiheit. „Wir arbeiten viel mit der KOBEA zusammen, doch das ist nicht immer einfach“, weiß Leiter Harry Grießer. Nur das Erdgeschoss ist halbwegs barrierefrei erreichbar, behindertengerechte Toiletten gibt es nicht, die vorhandenen haben ihre besten Jahre sowieso schon lange hinter sich gelassen. Auch die mögliche Raumaufteilung bereitet Probleme. Das opulente Treppenhaus nimmt sinnvollen Raum, der anderweitig dringend gebraucht wird. Als weiteres großes Manko wird der Außenbereich angesehen. Dieser ist kaum nutzbar, für sportliche Tätigkeiten vollkommen unbrauchbar.
„Bei der Erstellung Konzepts haben wir uns an die Vorgaben des Landesjugendringes gehalten“, erklärt Melanie Zacher vom Kreisjugendring. So besteht die Chance, dass dieser das Projekt mit 30 Prozent fördert. Kernpunkte des Konzepts ist die Verbesserung in den Bereichen Barrierefreiheit, Sanitäre Anlagen, energetischer Zustand und Raumkonzept. Vor allem letzteres enthält viele Neuerungen. Allein die Aufzählung der fehlenden, aber wichtigen Räume zeigt die Defizite auf. „Es fehlt ein Beratungszimmer, ein Raum für die Mädchenarbeit und auch die Büros sind zu wenig“, erläutert Harry Grießer. Dazu kommt eine nicht vorhandene Werkstatt und ein Mangel an Lagerräumen. Proberäume für Bands sind ebenso nicht vorhanden wie ein eigener Veranstaltungsraum. Dabei betonte Grießer, dass durch das Konzept auch Synergien mit anderen Vereinen und Organisationen entstehen können. „Wir wollen die Zusammenarbeit hier noch weiter vertiefen“, stellt er klar.
Der Jugendbeirat favorisiert einen Neubau, zusammen mit dem seit vielen Jahren versprochenen Jugendplatz. Doch es gibt inzwischen eine weitere Möglichkeit. Die Stadt konnte das nördlich vom Jugendzentrum gelegene Anwesen erwerben. "So könne man durchaus auch sanieren und erweitern", so Bürgermeister Lorenz Müller. Doch dann wäre auch kein Platz für einen Jugendplatz direkt am Zentrum. Doch genau das ist der dringliche Wunsch der Jugend.
Stadtrat Patrick Jung mahnte vor allem ein schnelles Handeln an. „Das darf nicht mehr auf die lange Bank geschoben werden, vor allem, wenn gebaut werden soll. Ich rate dem Jugendbeirat, eine klare Empfehlung an den Stadtrat zu geben, so dass schon jetzt die ersten Gelder in den Haushalt 2018 gestellt werden können“, so Jung.
Genau diese Empfehlung gab der Jugendbeirat dann auch, mit dem mehrheitlichen Wunsch nach einem Neubau. Zudem kamen die Beiräte in Absprache mit Bürgermeister Müller überein, dass die Bauverwaltung die beiden Varianten gegenüberstellt und dies dem Stadtrat vorstellt.
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