Ein Wochenende im Klang afrikanischer Trommeln

Beim ersten Trommel-Workshop am Samstagnachmittag im Jugendzentrum lernten die Teilnehmer, zwei Musikstücke zu spielen.
 
Die Trommelgruppe "Joko": deutsche Musiker unter Leitung von Aboubakrine "Pape" Kane traten beim Konzert im Jugendzentrum auf.
Schwabmünchen

Ein abendfüllendes Trommelkonzert und vier Workshops für Djembe führten Menschen jeden Alters ins Jugendzentrum. Aboubakrine (genannt Pape) Kane aus dem Senegal lehrte Kindern und Erwachsenen verschiedene afrikanische Musikstücke und trat am Samstagabend in verschiedenen Formationen als Musiker auf. Die bis zu dreißig Besucher tanzten dazu und sangen bei einigen Liedern auch mit.

Zu dem Workshop am Samstagnachmittag erschien lediglich ein Mädchen mit seinem Vater, um die Grundlagen zu erlernen, wie die afrikanische Djembe gespielt wird. Sie hatten viel Spaß dabei, wie Pape versicherte. Am späteren Nachmittag fanden sich immerhin elf Frauen und Männer ein, sowohl Jugendliche als auch Leute im Rentenalter. Zunächst wurde das Stück „Balantá“ erlernt, das aus dem Süden des Senegal stammt – erst der erste Teil, dann der zweite. „Egal, ob Rechts- oder Linkshänder, beim Trommeln holen wir beide Hände“, meinte er. Jeder Teil fing mit der linken Hand an und schon bald zeigte sich der Lehrer sehr zufrieden. Er habe offensichtlich fortgeschrittene Schüler, wie Pape feststellte. Bald erhöhte er das Tempo und verriet Tricks, wie man weiterspielen könne, wenn man „draus kommt“. Nur trommeln sei langweilig. Und so lehrte er, mit der Trommel zu sprechen. Pape spielte eine Frage, die Runde antwortete – alles mit Trommelschlägen. Danach ging es im erlernten Rhythmus weiter bis zum gleichzeitigen Schluss. „Ich höre immer drei Trommeln“, bemerkte er, wo doch alle wie eine Trommel klingen sollten. Als die Schüler nach mehreren Versuchen sicherer wurden, spielte er auch die Basstrommel dazu. Immer wieder wurden die Hände ausgeschüttelt und einer kleinen Pause ging es weiter mit dem zweiten Stück.
Am Abend beim Konzert fand sich dann so mancher Teilnehmer des Workshops wieder im Jugendzentrum ein. Auf dem Programm stand zunächst „TB Man“ mit einem Rap. Auf der Tanzfläche bewegten sich dazu die Musiker der zweiten Formation des Abends, der Gruppe „Joko“, was so viel bedeutet wie Austausch. Die neunzehn Frauen und Männer aus Deutschland spielten anschließend sowohl auf der Djembe als auch auf der Basstrommel im perfekten Zusammenspiel unter Leitung von Pape, der immer wieder ein senegalesisches Lied anstimmte und die Musiker einstimmten. Eines der Stücke war das „Lied der Fischer“. Die Zuhörer fühlten sich nach Afrika versetzt und konnten sich die Fischer in ihren Booten gut vorstellen. Ein weiteres Musikstück, ein Liebeslied, werde traditionell auf Hochzeiten oder an der Taufe gesungen. Bei einem Frage- und Antwortgesang machte das Publikum lautstark mit und – angelockt durch die Trommelklänge – fanden sich neue Zuhörer afrikanischen Ursprungs ein und zeigten den Einheimischen ausgelassene Tanzeinlagen.

Der Rhythmus sprang auf das Publikum über

Bei der dritten Formation des Abends, „Alpha Son“, spielte Pape mit zwei afrikanischen Musikern. Hier machte er seinem Ruf als Meistertrommler alle Ehre: Im Gegensatz zu der vorhergehenden Gruppe tanzten die Hände auf den Trommeln der Musiker in einem atemberaubenden Tempo. Die Stimmung sprang auf das Publikum über und es erklang lauter Beifall. Auch um eine Zugabe kamen die Musiker nicht herum.
Während des Konzerts wurden die Besucher auch mit Speisen aus Afrika verköstigt: Es gab „Begnet“ (kleine Hefeteigkugeln, die in Fett ausgebacken wurden und teilweise gefüllt sind) sowie Fladen mit Gemüse- oder Thunfischfüllung. Angelika Jörg-Kane, die seit elf Jahren mit dem Musiker verheiratet ist und mit ihm in Prittriching lebt, gab zu, dass die Fladen „europäisiert“ worden seien. Die Kleidung, die ihr Mann während des Auftritts trage, sei traditionell und auch die Schuhe würden in seiner Heimat von einem befreundeten Schuster gefertigt. Das Paar will die Handwerker im Senegal unterstützen, die durch die Importe aus China wenig Verdienstmöglichkeiten haben.
Auf die Frage einer Besucherin des Jugendzentrums, wann wieder ein Trommelkurs angeboten würde, meinte Pane, dass er sich gut vorstellen könne, im Jugendzentrum erneut Kurse anzubieten. Vorerst wies er auf seine Internetseite hin: www.alpha-percussion.de
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