Energiefresser im Rentenalter

Erfolgreiche Suche nach dem ältesten Kühlschrank (von links): LAndrat Martin Sailer mit den Gewinnern Siegfried Lauter, Anita Schneider und Andreas Jähnert, deren Geräte alle aus dem Jahr 1950 stammen und Klimaschutzbeauftragte Margit Spröttle.
Im Herbst vergangenen Jahres rief der Landkreis Augsburg zur Suche nach dem ältesten Kühlschrank im Landkreis auf. Und dass nicht ohne Grund. Rund 800 Kilowattstunden frisst ein alter Kühlschrank im Durchschnitt. Diesen Wert nennt Margit Spröttle. Und sie muss es wissen, denn sie ist die Klimabeauftragte des Landkreises. Nun ist die Suche beendet. Mit einem beeindruckenden Ergebnis. 190 Bewerbungen um den Titel „ältester Kühlschrank des Landkreises ein“. Für den Sieger gab es einen Gutschein in Höhe von 400 Euro beim Kauf eines neuen Kühlschranks der Klasse A+++. Insgesamt lobte der Landkreis 5000 Euro aus. „Ein gut angelegtes Geld, sieht man die Resonanz auf die Aktion“, freute sich Landrat Martin Sailer. Würden alle 190 Teilnehmer ihre alten Kühlgeräte ersetzen, dann würden rund 100000 Kilowattstunden Strom gespart. Ein Tausch der sich rechnet. „Der jährliche Stromverbrauch würde von rund 200 Euro auf etwa 45 Euro sinken“, erklärt Margit Spröttle. Vor allem bei den drei Siegern. Denn die waren, neben der tollen Teilnehmerzahl, die große Überraschung. Die Geräte von Andreas Jähnert (Wehringen), Siegfried Lauter (Untermeitingen) und Anita Schneider (Horgau) waren bis jetzt in Betrieb, und dass obwohl sie eigentliche schon längst im Rentenalter sind. Die die drei Sieger stammen alle aus dem Jahr 1950. Doch auch die auf Rang zwei sorgten für Erstaunen. Denn zwölf weitere Kühlschränke schafften es auf den zweiten Rang und bescherten deren Eigentümer einen Einkaufsbonus von 250 Euro. Ihre Geräte stammten aus den Jahren 1951 bis 1956.
Doch was macht man eigentlich mit seinem alten Kühlschrank? Auf diese Frage weiß Margit Spröttle eine Antwort. „Die meisten Wertstoffhöfe wie auch der Fachhandel nehmen alte Geräte zurück“, erklärt sie. Für die Besitzer richtig alter Geräte hat sie noch eine dritte Option parat: „Die können beim Museum in Oberschönenfeld nachfragen.“
Nun hofft die Klimabeauftragte auf einen Dominoeffekt. „Wir hoffen, dass nun einige Bürger sich ihren Kühlschrank genauer anschauen. Schon ab zehn Jahren kann sich das rentieren“, erklärt sie. Einer schaut schon mal nach: Landrat Martin Sailer. „Mein Kühlschrank wird zwölf. Nachdem was ich heute gehört haben, muss ich mir da mal Gedanken machen“, so der Landkreischef.
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