Fühlen für Erwachsene

Wie nicht anders zu erwarten, entwickelt sich auch die Ausstellung „fühlmal“ im Schwabmünchner Museum zu einem Besuchermagneten. Wie immer garniert das Museumsteam um Leiterin Sabine Sünwoldt die Ausstellungen mit besonderen Aktionen. Am vergangenen Freitag lud das Museumsteam zu „fühlmal abends“. Dabei wurde nicht nur der faszinierende Dunkelparcours neu bestückt, obendrauf gab es auch noch ein kleines Drei-Gänge-Menü – ebenfalls in völliger Dunkelheit. „Den Parcours haben wir für diesen Abend mit Gegenständen ausgestattet, die mehr für Erwachsene ab 40 gedacht sind. Dinge, die man kennt, vielleicht aus seiner Kindheit“, erklärt Sabine Sündwoldt. „Dazu kommt noch eine gewisse erotische Note“,ergänzt sie mit verschmitzten Lächeln.
Da der Andrang an diesem Abend mit mehr als 60 Gästen fast den Rahmen sprengte, ging es in drei Gruppen durchs Museum. Die einen durften zum Schlemmen in den zweiten Stock, die zweite Gruppe tastete sich durch den Dunkelparcours während die dritte Gruppe sich am Rest der „fühlmal“-Ausstellung oder den anderen beiden Ausstellungen erfreuen durfte. Der Gang durch den Dunkelparcours war selbst für „Wiederholungstäter“ eine erneute Herausforderung. Rund 30 Exponate wurden für diesen Abend ausgetauscht und wollten ertastet, erfühlt und erraten werden. Gut gelaunt nahmen die Gäste die Herausforderung an, immer wieder war ein leises Kichern, und das eine oder andere „Aha“ und „Oha“ in der totalen Finsternis zu hören.
Auch beim folgenden Menü in völliger Dunkelheit war es nicht anders. Am Eingang gabs ein verschlossenes Schälchen mit drei Portionen Finger-Food, dann wurden die Gäste paarweise in den Speisesaal geführt. Wie der Parcours war auch dieser komplett abgedunkelt. So mussten sich die Gäste auch hier auf die verbleibenden Sinne verlassen, denn zum Sehen gab es nichts. So hieß es die Speisen erst mittels Tast- und Geruchssinn, dann mit dem Geschmacksnerven zu definieren. Anspruchsvoll war es auch, sich mit Getränken zu versorgen. An jedem Tisch gab es Saft, Wasser und Wein. Aber verschlossen. So war es durchaus schwierig, sich nur tastend an die Flaschen zu wagen um sich und seinem Gegenüber einzuschenken und dann vielleicht auch noch zuzuprosten. Doch die Gäste fanden sich überraschend schnell im Dunkeln zurecht und so entwickelte sich eine interessante Atmosphäre. Vor allem, wenn es einem ergeht wie dem Autor dieser Zeilen. Mit einer völlig unbekannten, aber unglaublich charmanten Tischnachbarin ausgestattet will man ja schließlich das Menü nicht schweigend verbringen. Doch scheinbar macht die Dunkelheit auch ein wenig lockerer, denn schnell entwickelte sich ein nettes Gespräch und sogar das Zuprosten hat ohne Verschütten funktioniert. Für Kristina Neumann war es auch ein interessanter Abend. Die in Schwabmünchen geborene Augsburgerin war zum ersten Mal im Museum – und begeistert. „Das ist richtig toll hier. Ich werde bald mit meinem Sohn vorbeikommen. Dem wird das bestimmt gefallen“, verspricht die sympathische junge Dame.
1
Einem Autor gefällt das:
1 Kommentar
1.457
Sabine Presnitz aus Schwabmünchen | 19.02.2018 | 19:27  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.