Gangsterkomödie mit Verwechslungsgefahr

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Giovanni (Jürgen Reichardt) und Blondi (Conny Ammann)
Schwabmünchen: Kunsthaus |

Kunsthaus Schwabmünchen - Wer ist nun der echte und wer der falsche Giovanni?

Bei den Aufführungen zu dem Stück „Er hatte zwei Pistolen und seine Augen waren schwarz und weiß“Dario Fo, hat sich das Publikum nicht nur diese beiden Fragen gestellt, sondern viele mehr. Zum Beispiel: Was hat es mit dem Straßenbahn fahren auf sich? Oder auch: wo kommt der Priester am Schluss her?

All diese Fragen hat die Theatergruppe, unter Leitung von Alfred Vogler an den Spielabenden vom 2.- 5.Mai 2018 im Kunsthaus zu Schwabmünchen versucht zu beantworten.
Im Vergleich zu vorausgegangenen Stücken musste zudem von drei auf vier Spielabende erweitert werden, um der großen Nachfrage gerecht zu werden.

Aber worum geht es überhaupt in dem Stück?
Ausgangspunkt der Gangsterkomödie ist die folgenreiche Verwechslung von Giovanni Gallina (gespielt von Jürgen Reichardt) in Italien um 1918. Dieser wird mit einer Totalamnesie in eine Nervenanstalt eingeliefert, wobei er eine Soutane trägt. Kurz darauf wird eine Frau eingeliefert - Luisa (gespielt von Heike Kranz-Britzelmaier) - die ihn als "ihren Mann" wiedererkennt und mit nach Hause nimmt. Giovanni ist dort liebenswert, rücksichtsvoll, selbstkritisch, gebildet und schwört sich, im Vergleich zu seinem früheren Ich (wenn er das noch wüsste), zu bessern. Allerdings kommt kurz darauf der "echte" Giovanni heim, da er Fronturlaub bekommt und nach Hause fährt – dieser ist ein Rüpel, überzeugter Soldat, notorischer Fremdgänger und Trinker.
Nach einigen verwirrenden und fragezeichenhinterlassenden Momenten für die Zuschauer, erkennt der "echte" Giovanni die Situation und entwickelt eine für ihn sehr günstige Verwechslungsstrategie in Bezug auf den "Giovanni ohne Gedächtnis": er geht auf Raubzüge, während der „falsche“ Giovanni, der ihm zum Verwechseln ähnlich sieht, brav und mit einem Alibi zu Hause sitzt und Bücher liest. Aufgelöst wird die Verwechslung am Ende des Stückes, nachdem noch ein drittes Gesicht Giovannis auftaucht - der echte Giovanni ist tot, der "unechte" hat seine Rolle übernommen und die Gangster über eine Priesterrolle "Pater Gurke" zu einer Gewerkschaft geeinigt.

Wofür steht der Titel des Stückes?
Thematisiert wird das Wechselspiel zwischen Gut und Böse und, dass das Gute – trotz einiger Verwirrungen – siegt.
Die Hintergründe dafür kann man in der Lebensgeschichte von Dario Fo und dessen Herkunft finden: Gesellschaftskritik an Italien um 1918, Machtstreben und Verlogenheit.

Insgesamt eine überzeugende und spielstarke Leistung des Kunstvereins Schwabmünchen und dessen Theatergruppe. Auf weitere Inszenierungen kann man sich freuen.

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Sabine Presnitz aus Schwabmünchen | 15.05.2018 | 20:14  
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