Hochschwangere müssen über Ostern nach Bobingen fahren: Die Geburtsstation in Schwabmünchen muss sich abmelden

Die Geburtsstation in Schwabmünchen macht von 28. März bis 9. April eine Pause. Werdende Mütter müssen dann nach Bobingen fahren. Foto: Matthias Baumgartner


Die Geburtshilfe an der Wertachklinik in Schwabmünchen muss sich abmelden, und zwar von Mittwoch, 28. März, 6 Uhr, bis Montag, 9. April, 8 Uhr. Das gaben die Wertachkliniken in einer Pressemitteilung bekannt. Die Geburtsstation an der Wertachklinik in Bobingen ist davon nicht betroffen. Werdende Mütter können an den Osterfeiertagen und den darauffolgenden Tagen dort entbinden.

"Wir haben alles versucht, die Geburtsstation in Schwabmünchen ausreichend mit Hebammen zu besetzen. Aber für die Osterfeiertage und die darauf folgende Woche ist uns das leider definitiv nicht geglückt", erklärt Martin Gösele, Vorstand der Wertachkliniken. Er bedauert es ganz besonders, dass einige Mütter, die sich bereits für die Wertachklinik Schwabmünchen entschieden haben, nun kurzfristig nicht betreut werden können und verspricht: "Die Klinikleitung wird im Gespräch mit allen Beteiligten so schnell wie möglich entscheiden, wie es nach den Osterferien mit der Geburtshilfe in Schwabmünchen weitergeht und die Öffentlichkeit entsprechend zeitnah informieren."

Die Abmeldung der Geburtshilfe in Schwabmünchen sei für die Wertachkliniken überraschend gekommen. Denn eine neue Hebamme, die bereits einen Arbeitsvertrag unterschrieben hatte und eingeplant war, sei kurzfristig abgesprungen, erklären die Wertachkliniken.

Drei Hebammen

Aktuell arbeiten drei Hebammen in Schwabmünchen. Eine Hebamme war in den vergangenen Monaten ins Ausland gegangen, eine zweite hatte den Arbeitgeber gewechselt und eine dritte war selbst Mutter geworden. Seitdem suchen die Wertachkliniken "händeringend" nach neuen Geburtshelferinnen und Geburtshelfern - eine oder besser noch drei Hebammen. "Mit einer neuen Hebamme wäre das langfristige Ziel von fünf bis sechs Hebammen, welche die werdenden Mütter in der Geburtsstation in Schwabmünchen betreuen, zwar noch nicht ganz erfüllt gewesen. Aber kurzfristig hätten die vier Hebammen gemeinsam mit zwei erfahrenen externen Hebammen, die zwischenzeitlich gewonnen werden konnten, die voraussichtlich etwa 135 Gebärenden in den nächsten vier Monaten versorgen können. Im Durchschnitt müssen sie eine Geburt pro Tag und an jedem zehnten Tag zwei Geburten betreuen", erläutern die Wertachkliniken. Ab August hoffen sie, die Zahl der Hebammen wieder aufstocken zu können. Entsprechende Gespräche laufen bereits. "Die Wertachkliniken und ihre Träger arbeiten mit viel Engagement dafür, die Geburtshilfestation in Schwabmünchen zu erhalten und die Attraktivität für die werdenden Mütter und für die Hebammen weiter auszubauen." So eröffnet im April eine Kinderarztpraxis in den Räumen der Wertachklinik Schwabmünchen.

Etwa 400 Babys kamen 2017 in Schwabmünchen zur Welt

Und Politiker aus dem Landkreis bemühen sich um eine Sonderlösung bei der Finanzierung. Auch die Wertachkliniken sollen Zuschüsse aus München erhalten. Immerhin kamen 2017 in den Wertachkliniken etwa 700 Babys zur Welt, in Schwabmünchen waren es knapp 400 Buben und Mädchen. Der Freistaat fördere aber Kliniken, die einen entsprechenden Zulauf haben, das heißt, die Hälfte aller werdenden Mütter müsste in den Wertachkliniken entbinden, für die Mütter aus dem Landkreis Norden ist der Weg nach Augsburg kürzer.

Bewerbungen nimmt die Personalabteilung der Wertachklinik Schwabmünchen entgegen, Weidenhartstraße 35, 86830 Schwabmünchen. (pm)
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