Mit „scharfen Waffen“ gegen die schreckliche Krankheit ALS

Für den guten Zweck und ihren neuen Verein "NiemALS aufgeben" beißen Nina Königs und Armin Strehle auch in eine scharfe Peperoni

Schwabmünchen Vor einigen Jahren sorgte die „Ice Bucket Challenge“ dafür, dass die Krankheit ALS einen Bekanntheitsschub bekam. Doch ebenso schnell, wie die nicht heilbare Erkrankung des Nervensystems in aller Munde war, ebenso schnell war sie wieder aus dem Bewusstsein der Menschen. Was blieb, waren weitere meist sinnfreie „Challenges“. Doch dass soll nun wieder anders werden, wenn es nach Nina Königs und ihren Mitstreitern geht. Denn diese gründeten am vergangenen Sonntag den Verein „NiemALS aufgeben“. Zweck des Vereines ist es, Spenden für die Erforschung dieser schrecklichen Krankheit aufzubringen und ALS mehr bekannt zu machen.

ALS ist eine degenerative Erkrankung des Nervensystems. Betroffen sind dabei Nerven, die Muskeln ansteuern. Was oft nur mit einem Muskelzucken beginnt, führt weiter zu ersten Lähmungserscheinungen, Muskelschwund und am Ende zum Tod. Denn ALS ist unheilbar, es gibt auch keine wirksamen Medikamente, die den Tod eines Erkrankten wesentlich hinauszögern. Die ganze Dramatik dieser Krankheit erfährt Nina Königs im eigenen Haus. Ihr Vater ist an ALS erkrankt. „Es ist grausam. Bei völliger geistiger Gesundheit muss man miterleben, wie der eigene Körper Stück für Stück versagt“, erklärt die junge Mutter. Ihr ist klar, dass sie ihren Vater wohl nicht mehr retten kann, aber trotzdem will sich Nina Königs nachhaltig engagieren. „Es ist für mich nicht zu fassen, dass so wenig über die Krankheit bekannt ist, dass so wenig geforscht wird“, erklärt sie ihr Ansinnen. Da ALS bislang nicht sehr verbreitet ist, nur zwei bis drei Personen je 100000 Menschen erkranken an der Nervenkrankheit, ist auch die Forschung sehr zurückhaltend. Da aber schon alleine die Diagnose von ALS sehr schwierig ist, ist davon auszugehen, dass die „Dunkelziffer“ der Erkrankten höher sein dürfte. Die „Ice Bucket Challenge“ sorgte damals für Millionen an Spendengeldern, die in die Forschung flossen. Doch dieses Geld ist verbraucht, auch das Interesse der Öffentlichkeit. „Genau da wollen wir ansetzen. Wir wollen Gelder für die Forschung sammeln und die Menschen über ALS informieren“, erklärt Armin Strehle, seit der Gründung am vergangenen Sonntag stellvertretender Vorsitzender des Vereins. Nina Königs wie auch Armin Strehle waren bei der Gründung von den Zahl der Interessenten überwältigt. „Ich hatte lange schon ein wenig Sorge, dass wir die zur Gründung notwendigen sieben Personen zusammenbekommen“, so Königs. Doch am Ende waren es mehr als 20, die sich ins Gründungsprotokoll eintrugen. Jetzt will der neue Verein schnell die wirkliche Arbeit aufnehmen. Eine Homepage soll erstellt werden, ebenso Infomaterial. Und dann sollen auch die Spenden fließen. Dabei will der Verein nicht mit der Sammeldose um die Häuser ziehen. „Wir wollen mit Infoaktionen Aufmerksamkeit erzeugen, und Spenden über Veranstaltungen generieren“, erklärt Armin Strehle. Die ersten Ideen dazu sind schon geboren, in Bälde soll es eine große Gründungsfeier geben. Weitere Aktionen wie Konzerte sollen folgen. Und auch eine neue „Herausforderung“. „In den USA gibt es schon eine neue Challenge zu Gunsten der ALS-Forschung. Die ALS Hot Pepper Challenge hat dort angefangen und wir machen hier weiter“, erläutert Nina Königs und beißt zusammen mit Armin Strehle in eine Peperoni. Die Regeln sind einfach: Wer mitmacht, kann einen kleinen Betrag spenden, wer nicht möchte, spendet mehr. Danach werden bis zu drei weitere Kandidaten, egal ob eine Person, Firma oder Verein nominiert, der innerhalb einer Woche selbiges tun muss. Dabei hat Nina Königs schon den ersten Prominenten an Bord. Sie nominierte den Sänger Jimmy Kelly, bekannt von der Kelly Family.
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