Regionales Bildungszentrum der vhs nun in Schwabmünchen

Gut gelaunt gehen die beteiligten Bürgermeister und Leiter der einzelnen Volkshochschulen den Start des Bildungszentrums Süd in Schwabmünchen an
Von Christian Kruppe
Landkreis Wer kennt es nicht, das umfassende Angebot der Volkshochschulen. Egal ob Sprachen, Kochen, Musizieren oder auch Sport, es ist für jeden etwas dabei. 34 lokale Einrichtungen gibt es im Landkreis Augsburg. Darüber stand die Kreisvolkshochschule. Denn seit 1994 hat der Landkreis den Bildungsauftrag für Erwachsene, der laut der bayerischen Verfassung eigentlich den Kommunen obliegt, übernommen. 200 Volkshochschulen gibt es in Bayern, in Schwaben ist die Kreis-vhs die drittgrößte nach der Stadt Augsburg und Kempten. Derzeit kommen mehr als 32000 Teilnehmer zu 18000 Doppelstunden in die 34 örtlichen Volkshochschulen.
Doch das System mit einer Zentrale und 34 Außenstellen bedarf einer Modernisierung. Das sieht auch Landrat Martin Sailer. „Wir haben uns seit einiger Zeit Gedanken gemacht, wie wir die Strukturen an die heutigen Bedürfnisse anpassen können“, so Sailer. Es geht darum, die vhs thematisch und strukturell zu optimieren. So soll das Kursangebot an den demografischen Wandel angepasst werden und auch die Digitalisierung mehr eingebunden werden. Aber auch die internen Abläufe, wie die Implementierung eines Qualitätsmanagements und regelmäßige externe Evaluation gehören zu den Herausforderungen.
Um diese Ziele zu erreichen, sollen nun regionale Bildungszentren eingeführt werden. Ein Testlauf in Diedorf verlief erfolgreich, wie Christa Steinhart, die Leiterin der Kreis-vhs berichten konnte: „Die leicht fallenden Teilnehmerzahlen sind, ebenso wie das Kursangebot gestiegen.“ Nach diesem erfolgreichen Test war klar, dass das neue Konzept funktioniert. Insgesamt sollen fünf regionale Bildungszentren entstehen. Die Einrichtungen in Königsbrunn, Gersthofen und Neusäß bleiben davon wegen ihrer Größe unberührt.
Das erste regionale Bildungszentrum ist in Schwabmünchen, die weiteren folgen bis ins kommende Jahr. Dazu gehören neben der vhs Schwabmünchen auch die in Untermeitingen, Graben, Mittelneufnach und Langenneufnach. Die Leitung des Regionalzentrums übernimmt Karin Frewin, die dazu zusammen mit der vhs Schwabmünchen ein Büro im Rathaus bezogen hat. Von dort aus soll den örtlichen Volkshochschulen vor allem im organisatorischen Bereich geholfen werden, um deren Leitung zu entlasten. Denn „mit der örtlichen Leitung steht und fällt der Erfolg“, betont Landrat Martin Sailer die auch weiterhin hohe Bedeutung der lokalen Schulleiter. „Wir wollen in der Fläche weiter präsent sein“, ergänzt Christa Steinhart.
Von dem Konzept versprechen sich die Verantwortlichen Vorteile für alle. Für die Kursteilnehmer sollen gleiche Standards entstehen, das Angebotsportfolio verbessert werden und die Durchführung der Kurse garantiert werden. Für die Kursleiter will sich die vhs so als attraktiver und professioneller Auftraggeber zeigen. Gemeinden profitieren vor allem im ländlichen Raum, allgemein soll so auch der Standortfaktor Attraktiviät gesteigert werden. Und für die vhs selbst bedeutet die Reform mehr Rechtssicherheit und wirtschaftlicheres Arbeiten.
Auch eigene Unterrichtsräume soll es geben. „Es kann nicht sein, dass Erwachsene beim Sprachkurs auf Grundschulbänken sitzen müssen“, stellt Landrat Martin Sailer klar.
Aus den Stauden kam im Bezug auf die Zusammensetzung des Regionalzentrums auch leise Kritik. Langenneufnachs Bürgermeister Josef Böck sieht seine Gemeinde schon jetzt eher mit Fischach verbunden. „Da gibt es schon jetzt Kooperationen“, so Böck. Martin Sailer und Christa Steinhart entgegneten dieser Sichtweise, dass diese Zusammenarbeit deswegen nicht aufhören müsse. Mittelneufnachs Bürgermeisterin Cornelia Thümmel äußerte Bedenken, dass gerade in Abendkurse in den anderen Schulen von den Stauden aus mit dem öffentlichen Nahverkehr kaum erreichbar seien. Dies ist jedoch ein Problem, dass es abseits der Volkshochschulen auch gibt und zu lösen gilt.
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