Teilnehmerinnen begeistert vom Frauentag des KDFB

Viel Zustimmung erfuhr Prof. Dr. Margot Käßmann am Frauentag des KDFB.
 
Vor der Veranstaltung und in den Pausen zeigten sich die Besucherinnen des Frauentags des KDFB sehr ineressiert an den Faribags, angeboten vom Netzwerk Integration der Caritas Schwabmünchen.

So viele Besucher hatte die Stadthalle Schwabmünchen lange nicht mehr beherbergt: dreihundertvierzig fast ausschließlich weibliche Besucher. Prof. Dr. Margot Käßmann sprach unter dem Titel "Ja und Amen" über die christliche Verantwortung in der Gesellschaft. Viele Info-Stände und am Nachmittag siebzehn verschiedene Workshops – der Frauentag des Katholischen Deutschen Frauenbunds (KDFB), Dekanat Augsburg, hatte einiges zu bieten. Das Programm machte seinem Thema „Lebendig und bunt – Glaube verbindet Kulturen“ alle Ehre.

Lange vor Beginn der Veranstaltung trafen erste Teilnehmerinnen ein, um sich anzumelden und den gewählten Workshop zu belegen. Die im Foyer aufgebauten Stände fanden großes Interesse, besonders Waren des Weltladens und die von Asylantinnen genähten Stofftaschen in bunten Mustern, sogenannte Faribags, und die Bücher der Referentin fanden schnell Abnehmer. Sonja Salomon aus Türkenfeld, seit dreizehn Jahren im dortigen Vorstand des KDFB und Vorsitzende des Asylhelferkreises, hat fast jeden Frauentag besucht. „Gründe dafür waren erstens die Gemeinschaft der Frauen, die Themen haben mich sehr angesprochen, attraktive Referenten und die persönlichen Gespräche“, erklärte sie. Andere Teilnehmerinnen kamen beispielsweise aus Diedorf, Mering und Horgau.

KDFB erhält zweiten Preis beim Katholikentag

Die Begrüßung übernahm Ulrike Stowasser, Diözesanvorsitzende des KDFB Augsburg. Sie freute sich über die Teilnahme von MdL Dr. Simone Strohmayr am Frauentag. Stolz berichtete sie über die Aktion „Herz zeigen“, wofür der KDFB der Diözese Augsburg am 12. Mai den 2. Preis beim Katholikentag erhalten soll. Das Projekt „Schutz und Hilfe für geflüchtete Frauen“ steht für gelebte Solidarität und Nächstenliebe.
Das erste Grußwort sprach Marianne Bäumler vom Bundesvorstand des KDFB, danach trat Domkapitular Dr. Wolfgang Hacker ans Rednerpult, der sich als Hahn im Korb fühlte bei so viel Frauen. Der Chor „Mosaik“ aus dem Stadtteil Schwabegg – vorgestellt von Elisabeth Schedler und geleitet von Silvia Mayer-Hörmann – begrüßte die Besucherinnen musikalisch. Begleitet von Gitarre und Keyboard brachte er mit seinen Liedern Schwung in die Halle. Der ganze Saal sang und klatschte mit. Am Ende erntete der Chor stehende Ovationen.
Inzwischen war auch die Referentin Prof. Dr. Margot Käßmann eingetroffen. Temperamentvoll, gewürzt mit Anekdoten aus ihrer Zeit als Bischöfin, mit Kommentaren über Fernsehsendungen und mit zahlreichen Zitaten von Martin Luther, Martin Luther King oder berühmten Theologen gestaltete sie ihren Vortrag. An ihr Konzept hielt sie sich nach eigenen Angaben dabei oft nicht. Mit ihren sehr unterhaltsamen Ausführungen sprach sie den Frauen aus der Seele. Käßmann erinnerte an die Verantwortung für die Schöpfung. Sie bezeichnete die zehn Gebote der Bibel auch heute noch als politisch, was beim Widerstand gegen den Nationalsozialismus alle Kirchen zusammenwachsen ließ. Kritik an den Rüstungsexporten Deutschlands fand sie gerechtfertigt: „Wir verdienen an den Kriegen der Flüchtlinge und bedauern, dass sie herkommen!“

Kleine Schritte gehen

Käßmann ermutigte die Frauen, kleine Schritte zu gehen, Verantwortung zu übernehmen, Missstände anzusprechen, Respekt auch Andersgläubigen zu zollen. Sie glaubt, dass Frauen sehr wohl zum gesellschaftlichen Frieden beitragen können, indem sie Begegnungsräume schaffen (sie erwähnte ein Nachbarschaftsessen, zu dem eine Muslimin eingeladen hatte). Sie sollen ihr eigenes Gewissen an der Bibel schärfen und die Vision einer besseren Welt leben. Natürlich erhielt auch Margot Käßmann stehende Ovationen, die Teilnehmerinnen waren begeistert. Eine rege Diskussion schloss sich an und für das Signieren einiger Bücher war auch noch Zeit.
Im Programm gings weiter mit dem Liedermacher Joao Dontana aus Angola und seinem Sohn Markus; beide leben in Augsburg. Die Musiker hatten Mühe, sich bei dem offensichtlichen Gesprächsbedarf der Besucherinnen Gehör zu verschaffen. Nach dem gemeinsamen Mittagessen gings in die siebzehn verschiedenen Workshops - vom Film „Monsieur Claude und seine Töchter“ bis zu „Christlichen Bräuchen und Räucherungen im Jahreskreis“, von gemeinsamem Singen bis zu Märchen aus vier Weltreligionen.
Der Tag endete mit einem Ökumenischen Gottesdienst, gemeinsam zelebriert von Prof. Dr. Elisabeth Naurath (Evangelische Theologie, Uni Augsburg) und Dr. Ursula Schell (geistliche Begleiterin KDFB Augsburg), musikalisch begleitet vom Frauenchor „SingGoldies“ aus Schwabmünchen unter Leitung von Ingrid Jürges. Die Teilnehmerinnen des Workshops „Getanzte Liturgie“ begleiteten in einer Prozession die Bibel auf die Bühne. Einzelne Fürbitten wurden von Frauen mit Migrationshintergrund in ihrer Heimatsprache vorgetragen.
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