„Wohin geht die Reise“ – Das Thema Tod im Familiengottesdienst

Beim Kindergottesdienst in St Michael durften Kinder und Erwachsene die roten Grablichter vom Schiff zum Tabernakel tragen - ein Sinnbild für die Reise der Verstorbenen zu Jesus. Die Angehörigen und Freunde sind durch die weißen Kerzen dargestellt, die noch auf dem Weg sind. (Foto: Würstle)
Schwabmünchen

Seit Allerheiligens stand vor dem Altar ein großer Kahn (Requisite vom Kinder-Musical), darin brannten achtzig rote Teelichter. Ein Weg aus Sand und Steinen führte über die Stufen zum Boot hinauf, bestückt mit weißen Kerzen in unterschiedlichen Größen. Die roten Kerzen symbolisierten die Verstorbenen seit dem Allerheiligenfest im Vorjahr, die weißen würden die Verwandten und Freunde darstellen, die zurückgeblieben sind, erläuterte Stadtpfarrer Christoph Leutgäb. Anhand mehrerer Bilder versuchten Pfarrer und Gottesdienstteam, den Kindern zu erklären, dass die Verstorbenen zwar nicht mehr sichtbar seien, aber existieren und bei Jesus sind.

Zu Beginn des Familiengottesdienstes ließ Leutgäb ein Taschentuch in seiner Kleidung verschwinden und brachte ein Handy in die Sakristei. Die Kinder stellten fest, dass die Dinge zwar nicht mehr sichtbar, aber doch  noch da seien. Während der Predigt brachte er ein neues Beispiel: Ein riesiges Schiff im Hafen, das aufs Meer hinausfährt – erst groß und nah, nach dem Auslaufen kleiner und später nicht mehr sichtbar. Die Kinder erkannten, dass die Menschen  immer noch auf dem Schiff seien, aber nicht mehr zu sehen wären. Um den Kindern deutlich zu machen, dass die Reise zu Jesus gehe, an einen Ort, der nicht sichtbar sei den es aber trotzdem gäbe, trugen Kinder und Erwachsene alle Grabkerzen zum Tabernakel – zu Jesus. Eine Geschichte am Ende des Gottesdienstes sollte deutlich machen, wie es nach dem Tod sein würde: Zwillingsbrüder im Mutterleib hatten Angst, die schützende Umgebung zu verlassen. Die Geburt stellte eine wunderbare Überraschung dar. Nicht nur Kinder, auch so mancher Erwachsene fand bei diesem Gottesdienst einen neuen Zugang zum Verständnis von Tod und Auferstehung.
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