Plastikfrei im Alltag

Andrea Maiwald vom "Forum plastikfreies Augsburg - Wege in ein nachhaltiges Leben" hatte beim ersten Stammtisch für plastikreduziertes Leben zehn Tipps für die Besucher parat.
 
Gut besucht war der erste Stammtisch für plastikreduziertes Leben. Stadträtin Margit Stapf (Grüne) übernahm die Begrüßung. Andrea Maiwald (rechts) aus Augsburg gab Tipps.
Schwabmünchen

Bis zum Veranstaltungsbeginn waren bereits alle Plätze im Max-Stübchen (Hotel Deutschenbaur) besetzt, wer später kam, musste sich einen Stuhl besorgen. Der erste Stammtisch für plastikreduziertes Leben, der vom Ortsverband der Grünen organisiert worden war, gestaltete sich zu einem großen Erfolg. Eingeladen war Andrea Maiwald vom „Forum Plastikfreies Augsburg – Wege in ein nachhaltiges Leben“, die zehn Tipps parat hatte, den Alltag umweltfreundlicher zu gestalten. Unter den dreiunddreißig Anwesenden waren überwiegend junge Leute. Auf den Tischen lagen zu Beginn bereits Flyer und ein „Leitfaden zum Plastikreduzieren“ mit fünfzehn Punkten, herausgegeben vom Forum Plastikfreies Augsburg. So mancher dieser Vorschläge wurde von den Besuchern bereits umgesetzt, wie aus den Gesprächen hervorging. Stadträtin Margit Stapf begrüßte die Anwesenden. Es sei geplant, den Stammtisch monatlich stattfinden zu lassen, um sich gegenseitig auszutauschen und zu unterstützen.

Die Referentin Andrea Maiwald erklärte, dass sie schon seit zehn Jahren ohne Plastik lebe. Ihr erster Vorschlag: Zum Einkaufen immer eine eigene Tasche mitbringen, sei es der Stoffsack oder ein Einkaufsnetz. Auch für Obst und Gemüse, das lose gekauft werden sollte, gäbe es verschließbare Netze und Säckchen. Maiwald zeigte ihre eigenen Dosen und Gläser, die sie im Laden auffüllen lasse. Unterwegs habe sie immer (für jedes Familienmitglied) eine Wasserflasche aus Metall dabei, die an Trinkwasserbrunnen (gibt es in Augsburg und München, wie Besucher wussten) oder in Geschäften mit dem „Refill“-Zeichen aufgefüllt werden. Leitungswasser sei gesund und unbelastet. Man brauche keine Plastikflaschen und auch keine Pfandflaschen aus Glas.
Ein wichtiges Thema des Abends stellte die Körperpflege dar. Maiwald riet, für die Haare Haarseife (gibt es in Traunried und im Weltladen, kam aus dem Publikum) oder festes Shampoo zu verwenden, um die enorme Masse an Plastikflaschen zu vermeiden. Es gäbe auch Frauen, die mit klarem Wasser oder mit Mehl ihre Haare waschen, wusste die Referentin. Gute handgesiedete Seifen würden Duschgel ersetzen; sie sind fettend und pflegend. Als Bodylotion könnten Öle wie Mandelöl, eventuell mit dem Zusatz von ätherischen Ölen verwendet werden. Micro-Plastik komme meist nicht mehr in Kosmetika vor, sei aber durch flüssiges Plastik ersetzt worden, das die Gewässer genauso belaste.
Es gäbe Strohhalme aus Edelstahl oder Glas, für unterwegs werde Besteck verpackt im Stofftäschchen mitgenommen und für die Reste im Lokal habe Maiwald ihre Metalldose dabei. „Kunstfaserklamotten verlieren bei jeder Wäsche 200 Teile pro Stück“, klärt die Referentin auf. Sie rät zu Naturfaser oder den Einkauf in Secondhand-Shops oder auf Basaren (zum Beispiel am 16. November im Kunsthaus Schwabmünchen, wussten Anwesende). Einer der Punkte auf Maiwalds Liste war „Zurück zum Selbermachen“ wie reparieren statt wegwerfen oder Essen selbst kochen. Als universelles Putzmittel verwende sie Natron, für die Wäsche Efeublätter oder -sud. Von ihrer Mutter habe sie gelernt, lieber ein teures Produkt zu kaufen anstatt billige immer wieder ersetzen zu müssen. Sie befürwortet, Produkt-Pröbchen oder Waren-Zugaben abzulehnen und Prospektpakete abzumelden.

Augen offenhalten für verstecktes Plastik!

Immer wieder finde sich unvermutet Plastik: in thermisch beschichteten Kassenbons, die das Altpapier verunreinigen; in Kaugummi, Teebeuteltüten. Flyer seien ebenso beschichtet wie Kataloge und Kinderbücher. Bei allem müsse das Leben noch Spaß machen. Veränderung brauche Zeit, was für den einen passe, sei nicht für jeden geeignet. Mancher Tipp lasse sich vielleicht erst in ein paar Jahren umsetzen. „Sucht euch Verbündete“, meinte Maiwald und riet, sich auf Internetseiten zu informieren (zum Beispiel www.plastikfreies-augsburg.de) und an Stammtischen teilzunehmen. Für Schwabmünchen wurde als nächster Termin der 21. November vereinbart, wieder im Max-Stübchen um 19.30 Uhr.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.