Was bedeutet denn eigentlich Piercing?

 

Englisch "pierce" = Deutsch "durchstechen". Piercing ist heute bereits kein neuester Modeschrei mehr, denn mittlerweile hat sich das Piercing im Schmuckbereich etabliert und wird genauso selbstverständlich getragen wie z.B. ein Ohrring. Meist wurden anfänglich die weichen Bereiche des Gesichts mit Piercings durchstochen (Ohren- Nasenflügel und Lippen Piercing), doch ist das Bauchnabelpiercing oder auch das Piercing im Genitalbereich schon lange keine Seltenheit mehr. Eine ganz besonders große Nachfrage erleben wir seit Monaten bei unserem Brustwarzenschmuck, was uns sagt, daß entweder immer mehr Menschen ein Brustwarzenpiercing stechen lassen oder daß wir in diesem Bereich einfach tollen Piercingschmuck anbieten! 

Ähnlich wie beim Tätowieren hat das Piercing bei den Naturvölkern eine lange Tradition, denn neben verzierten Augen- Nasen- oder Lippen-Ornamenten wurden in Grabkammern der Inkas (Peru), Azteken und Mayas (Mexiko) sowie in Asien (Japan, Indien, Indonesien) und im Südseeraum (Polynesien, Borneo) bereits gepiercte Skulpturen gefunden. Durch Piercing wollen sich die im Pazifik beheimateten Papua den Kräften, dem Mut und der Schnelligkeit der von Ihnen verehrten Tieren annähern. Auch in Afrika war und ist dies noch immer ein Teil der Rituale der Eingeborenen. Der Träger des Piercings bekommt einen neuen Status oder erreicht ein neues Alter.

Piercingarten im Fokus

Am Amazonas unterscheiden sich sogar Sippen und Familien durch Piercings, dabei waren und sind bestimmte Piercing - Stellen oder Piercing - Materialien, wie Elfenbein, Gold, Jade, Diamanten oder Smaragde, nur bestimmten Sippenmitgliedern vorbehalten, als Zeichen für ihren Status, ihres Privilegs oder ihrer Gesundheit vorbehalten. Piercing war in Europa als absonderlich klassifiziert und lange Zeit ein Aspekt für experimentierfreudigen Sex, besonders das Intimpiercing wird in diesem Zusammenhang häufig genannt. Tatsächlich waren Piercings jedoch dem schwulen oder heterosexuellen Sadomasochismus und der Fetischszene vorbehalten. Durch die Hippies und später dann durch die Biker kamen Piercings, besonders der Ohrring, als Provokation zu Beliebtheit.

Ihre Gruppenzugehörigkeit demonstrierten Mitte der 70er Jahre dann die Punks durch Piercings durch Ohren und Nase sowie Lippen - Piercings. Punk war Ausdruck von Wut, der Aufschrei einer entrechteten Jugend, die sich durch sadomasochistischen Elementen wie Fesseln, Latex, Piercing, Selbstverstümmelung und einer Aura perverser Sexualität umgaben. Die charakteristische Sicherheitsnadel der Punks brachte das Piercing dann endgültig in die Öffentlichkeit.

Kultur des Piercings

Aus der schockierenden Wut der Punks und dem Zusammenspiel von S/M und der Fetischszene im Clubleben der 90er wurde exaltierte Mode und das Piercing damit gesellschaftsfähig. Heute sieht man das Piercing als dekorativen Körperschmuck und es gibt kaum ein Mädel, die nicht ihr reizvolles Näbelchen damit schmückt, Jungs ohne Brustwarzenpiercing gelten als sexuell langweilig und mit Zungenpiercing küßt es sich geiler.....! Piercing, ein einst von Missionaren als heidnisch bezeichnetes Ritual, hat nun die moderne westliche Welt erobert und ist seit dem Jahr 2000 sogar im Guinness Buch der Rekorde zu finden.
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