Treffen unter Partnern in Italien

Von links: Mino Lo Russo (Museum G. Cortesi), Museumsdirektoren Dr. Carlo Francou und Dr. Martin Röper, Bürgermeister Ivano Rochetta und Manfred Schneider. Fotos: Gemeinde Solnhofen
 
Dr. Martin Röper bei seinem Vortrag über die Verbreitung der Fossilienfunde.

Seit genau fünf Jahren pflegt die Gemeinde Solnhofen als Trägerin des Bürgermeister-Müller-Museums eine intensive Museumspartnerschaft mit dem Geologischen Museum G. Cortesi in Castell'Arquato, Emilia Romagna. Eine fachliche Grundlage hierfür ist eine unmittelbare Zusammenarbeit der an diesem Projekt beteiligten Wissenschaftler in Solnhofen und Piacenza. Die etwa drei Millionen Jahre alten Fossilien von Castell'Arquato, zu denen spektakuläre Funde von Walen und Delfinen gehören, besitzen wie die Solnhofener Fossilien in der Geologie einen großartigen internationalen Ruf. Zu diesem Ruf haben Fossiliensammler auf beiden Seiten großen Anteil. Ziel der Partnerschaft ist vor allem das wissenschaftliche Studium und die gesellschaftliche Aufwertung der paläontologischen Schätze in Altmühlfranken und der Emilia Romagna.

Zur Förderung der gegenseitigen Freundschaft und Verständigung traf sich in diesem Jahr Ende September Bürgermeister Manfred Schneider mit seinem Amtskollegen in Castell'Arquato, Ivano Rochetta, im Rahmen der wissenschaftlichen Fachtagung "Pliocenica". Diese jährlich wiederkehrende Veranstaltung fand am 30. September 2018 im historischen Rathaus in Castell'Arquato statt.

Wie Bürgermeister Manfred Schneider im Rahmen der Tagung betonte, liegt ihm die Aufwertung der paläontologischen Schätze der deutsch-italienischen Regionen besonders am Herzen: "Die berühmten Fossilien gehören zu unserer heimatlichen regionalen Identität".

Das Solnhofener Gemeindemuseum ist im Rahmen der Museumspartnerschaft international gut aufgestellt. Dazu hat in den letzen Jahren eine stärkere Bindung an die Bayerische Staatssammlung in München beigetragen. Die Münchener Institution, vertreten durch ihren stellvertretenden Direktor Dr. Mike Reich, forscht auf dem Solnhofener Gebiet eng mit dem wissenschaftlichen Direktor des Solnhofener Museums Dr. Martin Röper zusammen. Letzterer stellte nunmehr die neuen Ergebnisse über die Verbreitung der Fossilien in den Solnhofener Plattenkalken einem internationalen Kollegenkreis in Castell'Arquato vor.

Zu den Fachkollegen gehörte in diesem Jahr auch Dr. Ionut Gradianu, der das Museum für Naturkunde im rumänischen Piatra Neamt leitet, und mit einem Vortrag über die fossilen Fische aus den Karpaten angereist war. Das Museum in der rumänischen Provinz Moldova ist seit letztem Jahr der zweite internationale Museumspartner des Solnhofener Museums. In diesem Jahr ist auch das Wyoming Dinosaur Center in Thermopolis und ein weiteres Museum in China dazugekommen. Für Solnhofens Bürgermeister Schneider drückt sich in den Partnerschaften die Bedeutung seines Ortes für Altmühlfranken aus: "Solnhofen ist mit seinem Bekanntheitsgrad und seinem Museum nicht nur in Süd- und Osteuropa vertreten, sondern auch an fernen Punkten wie in China oder den USA". In Sachen Austausch mit Osteuropa dürfte das Museum in der Region eine Vorreiterrolle einnehmen. Die Solnhofener Delegation zeigte sich mit dem Ergebnis der Tagung in Castell'Arquato zufrieden. Die Pliocenica wurde von Dr. Carlo Francou, Direktor des Naturkundemuseum in Piacenza und des Partnermuseums in Castell'Arquato, geleitet.

(pm)
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