Kinder reißen Mauern ein

Theaterstück: Kemptener AWO-Hort berührt im Bürgersaal Stadtbergen mit tiefgründigen Texten und großen Gesten.

Echtes Theater statt gewohnter Arbeit: Diese nette Abwechslung erlebten jetzt Mitarbeiter der Stadtbergener Geschäftsstelle der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Schwaben. Der Arbeitgeber hatte allen Interessierten freigegeben, um sich im Bürgersaal um die Ecke eine Nachmittagsvorführung des Kemptener AWO-Horts „Einstein“ anzuschauen – gemeinsam mit allen schwäbischen Kita-Leiterinnen, die gerade in Stadtbergen tagten. Darin ging es um „Mauern“ (so auch der Titel des Stücks), gegen die es anzurennen gilt.

Berührendes Gesamtkunstwerk

Die Begriffe „Krieg“, „Hass“, „Mobbing“ und „Lüge“ standen in großen Buchstaben auf den zu Mauersteinen umgestalteten, aufgetürmten Kartons, welche die Kinder ganz am Ende mit Begeisterung umrissen zur Punkrock-Musik der Band „Die Ärzte“. Die szenisch-choreografische Darstellung mit Hiphop-Tanzeinlagen kam insgesamt mit wenig Text aus, doch dieser ging unter die Haut. Aussagen wie „Wir sind alle Menschen, wir sind alle gleich“ gepaart mit großen Gesten, etwa einem Lichtermeer an Kerzen oder einer Leinwand-Projektion fliegender Friedenstauben, ergab ein berührendes Gesamtwerk, das seine Wirkung bei den Zuschauern nicht verfehlte. „Unglaublich, wie intensiv sich die Kinder mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Mir hat‘s gut gefallen“, sagte dazu AWO-Mitarbeiterin Antonia Kraus.

So durften sich also 22 junge Darsteller unter der Leitung von Katja Strunz und Melinda Oswald, die mit der Theaterpädagogin Erika Čeh einen Profi an ihrer Seite hatten, über den Erfolg ihrer „Mini-Tournee“ durch Schwaben freuen. Die Einrichtung hatte das Stück im Rahmen der Kemptener Schultheatertage unter dem Motto „Wie willst du leben“ lange einstudiert, dort erstmals aufgeführt und dann Stadtbergen als weiteren, wenngleich rein privaten Termin hinzugefügt.
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