Offener Brief an Hitradio RT.1 und Radio Fantasy

Kritik an lokalen Radiosendern: Augsburger Musiker schreiben offenen Brief. (Foto: wavebreakmediamicro 123RF / Symbolbild)

Dieser offene Brief wurde autorisiert via Facebooklikes von mehr als 100 Augsburger Musikern und an der Szene interessierten Personen. Der schriftliche Teil des offenen Briefes an die o.a. Unternehmen ging vor wenigen Stunden per Einschreiben/Rückschein heraus.

Offener Brief, datierend vom 09.03.2018

Sehr geehrter Herr Kovac, stellvertretend für Hitradio RT.1, sehr geehrter Herr Dürr, stellvertretend für Radio Fantasy.

Die unterzeichnenden Augsburger Musiker wünschen sich ein Überdenken der Programmstrukturen Ihrer Sender Radio Rt.1 und Radio Fantasy. Seit geraumer Zeit sind beide Sender lediglich durch die Anzahl und Dauer der Werbung zu unterscheiden. Von einem heimatregionalen Bezug oder musikalischer Vielfalt ist bei dem Musikprogramm nichts zu erkennen.

Beide Sender spielen - laut eigener Aussage - nur aktuelle Hits, die von den großen Musikkonzernen mit allen Mitteln des digital Machbaren in den Markt gedrückt werden und durch das immer wieder erfolgende Senden zu Tsunamis werden, die alles Kreative kleineren Rahmens ersticken. Zahlreiche ehemals überzeugte Hörer sind deshalb auf andere Sender umgestiegen.

Diese Programmstruktur hat den kompletten Ausschluss heimischer kleiner Musikproduktionen zur Folge, auch wenn sie wie Aeneas, Wolfgang Lackerschmid oder Atomic Picnic sogar mit Auszeichnungen verschiedenster Art bedacht wurden. Gespielt werden sie nicht. Auch die Augsburgversion der Wonderboys „Ich war überall in Augsburg“, das als didaktisches Modellprojekt für Schüler bezüglich der digitalen Bildung fungieren sollte, wird nicht gespielt, obwohl einige Anfragen zum Spendenmarathon explizit dieses Lied verlangt haben.

Alle oben genannten Musikproduktionen erfüllen sämtliche zum Senden erforderliche Spezifikationen, wie Qualität der Musik sowie des Sounds, Gema, Label Code, IRSC und Verfügbarkeit in den Streamingdiensten.

Eine Begründung für die Nichtberücksichtung einheimischer Musikproduktionen, die teilweise einen erheblichen Aufwand sowie finanzielle Mittel erforderten, wird nicht geliefert.

Deshalb bleibt den in der Region Augsburg tätigen Musikern nur diese Möglichkeit, an die Öffentlichkeit zu gehen, um eine Diskussion über die Programmgestaltung der beiden großen Augsburger Sender in Gang zu bringen.

Sehr geehrter Herr Kovac, sehr geehrter Herr Dürr,
bitte überdenken Sie ihre Senderichtlinien zugunsten auch einheimischer Musikproduktion bis hin zu einem Nischenprogramm.

Mit freundlichen Grüßen
Karl Poesl

(in Vertretung von 100 Unterzeichnern)

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3 Kommentare
Roman Sellherr aus Augsburg - City | 12.03.2018 | 09:59  
6
Fabian Neudert aus Stadtbergen | 16.03.2018 | 13:51  
20
Karl Poesl aus Stadtbergen | 27.03.2018 | 17:43  
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