Stadtbergen blüht auf!

Stadtbergens Erster Bürgermeister Paul Metz und CSU-Fraktionsvorsitzender Josef Kleindienst (von links im Bild) freuten sich mit Imker Franz Seitz 70 interessierte Bürger zum Thema „Stadtbergen und der Artenschutz“ im Bürgersaal-Foyer begrüßen zu können. Foto: Ingrid Strohmayr
INFOABEND/ Zum Thema „Stadtbergen und die Bienen“ luden die CSU-Ortsverbände ins Foyer des Bürgersaals. Stadtbergens Erster Bürgermeister Paulus Metz erläuterte, was die Kommune für die Artenvielfalt unternimmt.

Ingrid Strohmayr

Stadtbergen. Sind die Bienen gerettet? Reicht das gute Gefühl unterschrieben zu haben? Was macht Stadtbergen für die Artenvielfalt? Mit dieser Thematik setzten sich die Stadtberger CSU-Ortsverbände bei einem Info-Abend im Foyer des Stadtberger Bürgersaals auseinander. 70 interessierte Bürger konnte CSU-Fraktionsvorsitzender Josef Kleindienst begrüßen, der sich freute als Referenten Franz Seitz, ehemaliger Geschäftsführer des schwäbischen Bauernverbandes und Imker wie Stadtbergens Erstem Bürgermeister Paulus Metz, der wie kein anderer weiß, was die Kommune für den Artenschutz macht, als Experten gewinnen zu können. „Das Volksbegehren zum Artenschutz hat gezeigt, wie wichtig den Menschen in Bayern dieses Thema ist. Das Anliegen einer intakten Natur ist den Menschen wichtig. Das Volksbegehren war daher bei allen Bedenken, die man gegen einzelne Vorschläge darin vorbringen kann, ein wichtiger Impuls aus der Bevölkerung. Nun gilt es die unterschiedlichen Interessengruppen mit Landwirten und Naturschützern diesen Impuls aufzugreifen und eine für alle Seiten gute Lösung zu finden“, betonte Kleindienst.
Der Verlust der Insekten, die Biomasse der Fluginsekten ging Studien zufolge in den vergangenen drei Jahrzehnten auf 75 Prozent zurück. Der Verlust zerstört nicht nur einen wesentlichen Teil des Ökosystems, sondern verursacht durch die zurückgehenden Bestäubungsleistungen wirtschaftliche Schäden in immenser Höhe. Die Zahl der Vögel, Amphibien und Fledermäuse, denen Insekten als Nahrungsmittelgrundlage dienen, geht ebenfalls zurück.
Was macht Stadtbergen für die Artenvielfalt? Wie Stadtbergens Erster Bürgermeister erläutert, hat sich die Stadt selbstverpflichtet kein Glyphosat auf den kommunalen Flächen einzusetzen, unterhält Streuobstwiesen, legt Blühweiden und –wiesen an, pflanzt für jeden gefällten Baum einen neuen nach. Weiter wurden die Mäh- und Pflegerhythmen an geeigneten Plätzen und Wegen angepasst und 2018 eine Baumpflanzaktion für Neugeborene durchgeführt. Sie erhält die Deuringer Heide, baut öffentliche Brunnen (Wasser für Vögel und Insekten), fördert den Schutz von Wasserläufen und ökologische Wasserbewirtschaftung. Weiter betreibt die Kommune naturnahe Teichbewirtschaftung und Pflege des Ziegelweihers, unterstützt die Reduzierung der intensiven Landwirtschaft, stellt Insektenhotels auf, hängt Vogelhäuser in den Friedhöfen und Wertstoffhof auf, füttert die Vögel im Winter, unterstützt die Aufstellung von Bienenstöcken und verbessert zudem die Lebensräume für Tiere, Flora und Fauna. Metz appellierte an die Bürger im heimischen Garten Nektar-Pflanzen für Insekten, insektenfreundliche Blumenkästen mit entsprechend torffreier Erde im Jahreskreislauf anzupflanzen und auch Vogeltränken aufzustellen. In Kürze wird Metz zu einem Erfahrungsaustausch alle Stadtberger Imker einladen.
Franz Seitz, selbst gelernter Landwirt und Imker stellte „seine Bienen“ in den Mittelpunkt, die er seit 40 Jahren am gleichen Standort im Leitershofer Wald hält. Er wies in seinem Vortrag darauf hin, dass jeder Einzelne vielmehr vor Ort schauen sollte, in den eigenen Gärten ein insektenfreundliches Klima zu schaffen. Insbesondere sollte darauf geachtet werden, dass Bienen und Insekten von Frühling bis Herbst ausreichend Nahrung finden. Seitz selbst geht auch regelmäßig in die Kindergärten, um schon den „Kleinsten“ die Wichtigkeit der Bienen und Insekten nahe zu bringen. „Wir alle können den Lebensraum der der Bienen verbessern und ausbauen“, sagt Franz Seitz. Sein großes Anliegen ist es, dass gerade der Imkernachwuchs sich Wissen aneignet, um mit dem größten Feind der Honigbiene, der Varroamilbe (ein eingewanderter Parasit, der schwer zu bekämpfen ist) zurecht zu kommen. Franz Seitz: „ Ich glaube, dass unsere Bienen eine Zukunft haben, sie sind zu retten und faszinieren mich noch heute wie am ersten Tag. Sie sind ein Wunder der Natur und das habe ich in meinem Garten!“



 
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