Staatssekretärin Carolina Trautner: "Kinder nach ihren Talenten fördern"

Vorlesen an der Meitinger Grundschule: Carolina Trautner, die neue Staatssekretärin für Unterricht und Kultus. (Foto: privat)

Carolina Trautner ist neue Staatssekretärin für Unterricht und Kultus im Kabinett Söder. Die CSU-Landtagsabgeordnete aus Stadtbergen über ihre Ziele, gute Bildung und darüber, warum sie als Politikerin nicht ständig im Vordergrund stehen muss.

StadtZeitung: Wie und wann haben Sie von der Ernennung erfahren?
Carolina Trautner: Tatsächlich erst am Mittwochvormittag in der Staatskanzlei, Ministerpräsident Dr. Markus Söder hat mir in einem persönlichen Gespräch seine Entscheidung mitgeteilt.

StaZ: Was war in diesem Moment Ihr erstes Gefühl?
Trautner: Ich habe mich sehr gefreut und mich sehr geehrt gefühlt.

StaZ: Wieso ist das Amt eine Ehre?
Trautner: Ich habe nun eine große und spannende Aufgabe vor mir. Schließlich möchte ich alles daran setzen, die erfolgreiche bayerische Bildungspolitik fortzusetzen und weiterzuentwickeln. Eine große Verantwortung, der ich zusammen mit Staatsminister Bernd Sibler gerecht werden möchte.

StaZ: Ihre Ernennung bezeichneten viele als überraschend. Was qualifiziert Sie Ihrer Meinung nach für das Staatsministerium?
Trautner: Als Quereinsteigerin habe ich mich mit den Sachthemen im Landtagsausschuss für Bildung und Kultus intensiv beschäftigt. Sicher ist es auch hilfreich, durch meine kommunalpolitischen Erfahrungen - unter anderem bin ich Sprecherin der CSU im Schulausschuss des Kreistags - die verschiedenen politischen Ebenen zu kennen.

StaZ: Bildung ist jedoch mehr als ein Politikum, sie ist vielmehr ein Thema, über das häufig emotional diskutiert wird. Was bedeutet für Sie persönlich gute Bildung?
Trautner: Gute Bildung bedeutet, dass Kinder und Jugendliche bestmöglich nach ihren Talenten begabungsgerecht gefördert werden. In unserem durchlässigen System soll niemand zurückgelassen werden und jeder hat die Chance, seinen Weg, manchmal auch über Umwege, zu gehen. Hinzu kommt, dass zur guten Bildung nicht nur Wissensvermittlung, sondern auch das Formen von Herz und Charakter, wie es die bayerische Verfassung so schön umschreibt, dazugehört.

StaZ: Mit welchen Ideen möchten Sie dazu beitragen, das umzusetzen?
Trautner: Wir haben mit der Digitalisierung ein bildungspolitisches Megathema, das wir weiter voranbringen wollen, um für die Zukunft gut aufgestellt zu sein. Weiterhin liegt mir der Stellenwert der beruflichen Bildung sehr am Herzen. Wir dürfen uns nicht nur auf die Akademisierung fokussieren. Spätestens mit dem immer mehr spürbaren Fachkräftemangel zeigen sich die Bedeutung und der Wert einer guten Ausbildung.

StaZ: Die Kollegen der "Schwabmünchner Allgemeinen" beschreiben Sie als "fleißige Netzwerkerin, die im Hintergrund die Fäden zieht", jedoch "keine großen politischen Initiativen angestoßen hat". Stimmen Sie dieser Charakterisierung Ihrer Arbeit zu?Trautner: Ich verstehe Politik immer als Teamarbeit, bei der es nicht um den einzelnen handelnden Politiker geht. Dienst am Bürger bedeutet für mich daher intensive Sacharbeit. Mir geht es dabei nicht um meine Person, sondern um das, was als Ergebnis ankommt. Initiativen sind daher viel sinnvoller, wenn sie gemeinsam vorangetrieben werden weil sich dadurch die Erfolgschancen deutlich erhöhen.

StaZ: Der Augsburger Landrat Martin Sailer erhofft sich laut eigener Aussage für Projekte im Landkreis Ihre Unterstützung. Welche Projekte meint er genau - und kann er auf Ihre Hilfe zählen?
Trautner: Der Freistaat arbeitet traditionell sehr gut mit den Kommunen zusammen. In der Region Augsburg ist im Bildungsbereich in den vergangenen Jahren bereits viel geschehen und neue Projekte stehen bereits in den Startlöchern. Selbstverständlich kann Landrat Martin Sailer auf mich zählen und auf meine Unterstützung - wo immer möglich - bauen. Dazu standen wir aber auch schon vor meiner Berufung ins Kabinett in regelmäßigem Austausch.

StaZ: Neues Amt, mehr Erwartungen - aber auch mehr Verantwortung. Wird sich Carolina Trautner durch den neuen Posten verändern?
Trautner: Ich habe nicht vor, mich groß zu verändern, sondern möchte mir treu bleiben.

Das Interview wurde schriftlich geführt.

Das ist Carolina Trautner

Carolina Trautner wurde am 25. Mai 1961 in Augsburg geboren. Sie machte Abitur am Stettenschen Institut und studierte Pharmazie in Würzburg. Mit ihrem Mann Hans Trautner hat sie zwei Kinder, Sven und Annika.

Von 1999 bis 2013 war Trautner Ortsvorsitzende der CSU Stadtbergen, seit 2015 sitzt sie Landkreis-CSU vor. Bevor sie 2013 für den Stimmkreis Augsburg-Land Süd in den Landtag einzog, gehörte sie dem Stadtberger Stadtrat sowie dem Kreistag an.

Im Maximilianeum gehört sie dem Ausschuss für Bildung und Kultus, dem für Gesundheit und Pflege sowie dem für Eingaben und Beschwerden an. Zudem ist sie Mitglied der Enquete-Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Bayern“. Seit März 2018: Staatssekretärin für Unterricht und Kultus.
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