Plädoyer für mehr Anstand und Respekt

  Rückblick auf viele Höhepunkte beim Neujahrsempfang der Stadt Treuchtlingen

Treuchtlingen (do). Es waren wieder zahlreiche Gäste, die am Dreikönigstag beim traditionellen Neujahrsempfang der Stadt Treuchtlingen auf das neue Jahr anstießen, das vergangene Revue passieren ließen und einen Ausblick wagten.

Doch bei der rund 30-minütigen Rede verzichtete Bürgermeister Werner Baum auf seinen gewohnten Ausflug in die Wirtschaftsthemen. Stattdessen ließ er mit kritischen Tönen und nachdenklich stimmenden Worten aufhorchen, was den Zusammenhalt und die Werte unserer demokratischen Gesellschaft betreffen. Beunruhigt zeigte sich der Rathauschef, wie die Menschen inzwischen miteinander umgehen, wie hemmungslos Beleidigungen, Beschimpfungen bis hin zu Morddrohungen und üble Nachreden ohne jede Scham öffentlich gemacht werden. „Hat das wirklich noch etwas mit unserem grundgesetzlich verbrieften Recht auf Meinungsfreiheit zu tun?“ Man könne sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die liberale Demokratie derzeit gewaltig unter Druck stehe und manchmal sogar eine gewisse Demokratieverachtung festzustellen sei. Baum schlägt vor, den sozialen Zusammenhalt wieder in den Vordergrund allen Handelns zu rücken und mit gutem Beispiel voranzugehen. Dabei zitierte er Bundespräsident Walter Steinmeier, der am Ende seiner Rede zum „Tag der Deutschen Einheit 2018“ sagte: „All die vielen, die sich um mehr kümmern, als nur an sich selbst“. Das sind die, die unser Land zusammenhalten.“ Dabei nutzte er die Gelegenheit, sich bei allen, die Ehrenamtsarbeit in Treuchtlingen leisten, zu bedanken. Den besonderen Zusammenhalt habe die Gesamtgemeinde beim Bayern 3 Dorffest unter Beweis gestellt. „Es war einfach großartig!“

In seiner Rede erinnerte Baum an weitere regionale Ereignisse, beispielsweise das 15-jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft mit der italienischen Stadt Ponsacco und die Einweihung des neu gestalteten Zentrums rings um Partnerschafts- und Wallmüllerplatz. Erfreut zeigte sich Baum auch über die Entwicklung des neuen Sport- und Aktivbades. Derzeit werde das Thermalbad modernisiert und durch einen großzügigen Saunabereich ergänzt. Positiv entwickelt habe sich auch das Gewerbegebiet an der Heusteige. Das Logistikzentrum der Altmühltaler Mineralbrunnen GmbH sei in kürzester Zeit errichtet worden und das bestehende Schuhgeschäft werde erweitert. Zudem habe die Firma Alfmeier ihr neues Verwaltungsgebäude in der Industriestraße eingeweiht. „Wegen Überfüllung geschlossen“ fasste Baum die Situation am Reisemobilstellplatz von Mai bis September zusammen. Die Erweiterung werde im Frühjahr freigegeben.

„Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere“, dankte der Bürgermeister den Mitarbeitern des Gesundheitszentrums sowie des Alten- und Pflegeheims. „Ich bin mir sicher, dass Treuchtlingen mit der neuen Klinik für Psychosomatik auch künftig im Bereich Gesundheit gut aufgestellt sein wird“. Weiterhin plane die Rummelsberger Diakonie ein Wohnheim für 24 Menschen mit Behinderung. Dazu entstehe derzeit in der Bahnhofstraße ein Wohnheim für 12 Menschen mit Handycap und auch die Weißenburger Lebenshilfe plane auf dem Gelände der ehemaligen Bekleidungsfabrik Pokorny einen Neubau. Inklusion sei ein oft genanntes, aber selten gelebtes Schlagwort. „Wir in Treuchtlingen versuchen mit gutem Beispiel voranzugehen“, bedankte er sich bei der Inklusionsband von Regens Wagner unter der Leitung von Manfred Rehm sowie Gastmusiker Michael Ruff von der Gruppe „Haindling“, die den musikalischen Part des Empfangs übernommen hatten.

Nach dem traditionellen Besuch der Sternsinger bot der anschließende gemütliche Teil ausreichend Gelegenheit für Austausch und nette Gespräche.

Fotos: Brigitte Dorr
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