Fluchtursachen bekämpfen und Situation an den EU-Außengrenzen

von LeserReporter Christine Kamm aus Augsburg-Stadt
Samstag, 7. Mai 2016 - 19:00 - 22:00

Im Rahmen der Europawoche 2016 sind die Bekämpfung von Fluchtursachen und die Situation an den EU-Außengrenzen Thema einer gemeinsamen Podiumsdiskussion von Barbara Lochbihler, außen- und menschenrechtspolitische Sprecherin und Christine Kamm, Sprecherin für Europapolitik, Asylpolitik und Integration.

Wenn wir Flucht tatsächlich vorbeugen möchten, muss endlich grundlegend und selbstkritisch umgedacht werden. Rüstungsexporte an Staaten wie Saudi-Arabien oder Katar müssen aufhören. Ein ungerechtes Handelssystem, zerstörerische Agrarsubventionen und eine Fischereipolitik, die jede eigenständige Entwicklung in den Partnerländern verhindert, können nicht so weitergehen.

„Wir geben Milliarden für Abschottungsmaßnahmen aus, während das UN-Flüchtlingshilfswerk oder das Welternährungsprogramm um ausreichende Finanzierung betteln müssen. Das ist absurd und es ändern zu wollen, ist grünes Selbstverständnis“, fordert Lochbihler. „Bisher reden wir nur über die ökologischen Folgen des Klimawandels. Die sozialen Folgen sind jedoch viel gravierender. Die momentane zögerliche Bekämpfung des Klimawandels wird dazu führen, dass hunderttausende Klimaflüchtlinge bald aus ihrer Heimat vertrieben werden könnten“, mahnt Kamm.

Die Grenze an den EU-Außengrenzen ist prekär. Anstatt einer solidarischen gemeinsamen EU-Flüchtlingspolitik erleben wir den Anstieg nationaler Eigeninteressen. Abschottungsmaßnahmen und eine Verschärfung der FRONTEX-Überwachung sind dabei kein Mittel, um Asylbegehrende davon abzuhalten, die EU zu betreten. Stattdessen ist es an der Zeit, eine sichere und legale Einreise von Flüchtlingen zu schaffen. Das Elend an den EU-Außengrenzen muss beendet werden.

Über ihre Eindrücke an der EU-Außengrenze und den konkreten Möglichkeiten, wie Fluchtursachen wirklich bekämpft werden können, möchten Barbara Lochbihler und Christine Kamm mit ihnen gemeinsam diskutieren und debattieren.

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