Die letzten Zeitzeugen. Erinnern – Zuhören – Verstehen.

von LeserReporter Doris Hafner aus Schwabmünchen
Donnerstag, 27. Februar 2020 - 19:30

Ein Dokumentarfilm von Michael Kalb.
Stadthalle Schwabmünchen, Donnerstag, 27. Februar 2020
Einlass: 19:00 Uhr, Beginn: 19:30 Uhr, Eintritt frei

 

Grundlage und Anstoß für den Dokumentarfilm ist das Archivprojekt „Die letzten Zeitzeugen im Augsburger Land“ von Michael Kalb. Begleitet von einem Historiker wurden 37 Zeitzeugen, darunter auch drei Schwabmünchner*innen, befragt. Die meisten davon sind vor 1930 geboren. Wie ein Mosaik aus persönlichen Erinnerungen soll der Film den Alltag und die Erlebnisse aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges greifbar machen.
„Schon wieder was über die Nazizeit?“ oder „Was geht mich das heute noch an?“ - auch das Team des Filmemachers, Jahrgang 1989 und 1986, haben sich dies gefragt. Mit dem Wissen um die Hintergründe dieser unmenschlichen Zeit erzeugt manchmal die Unreflektiertheit mancher Zeitzeugen ein noch größeres Unbehagen und eine berechtigte Irritation. Umso wichtiger ist es, den Zeitzeugen noch einmal genau zuzuhören, kritisch nachzufragen und selbst zu recherchieren.

 

Ohne auf konkrete gegenwärtige Ereignisse zu verweisen, wird klar, dass das damalige Geschehen heute brisanter und aktueller erscheint denn je.

Neben dem Archivprojekt soll dieser Dokumentarfilm für die eigene Erinnerungskultur einen Beitrag leisten. Die insgesamt 37 Interviews wurden zusätzlich transkribiert, das Archiv aus Bild, Ton und Text soll für die folgenden Generationen zugänglich gemacht werden. Ein Anlass den Film möglichst zeitnah zu realisieren hat außerdem mit den Hauptpersonen, den Zeitzeugen, zu tun. Denn die Personen, die den Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg noch persönlich erlebt haben, werden aufgrund ihres Alters den nachfolgenden Generationen nicht mehr lange zur Verfügung stehen.

Der Filmemacher Michael Kalb begleitet im Film und damit auch als Rahmenhandlung die Brüder Günther und Heinz Barisch auf eine Reise in die Vergangenheit und besucht mit ihnen die Orte ihrer Kindheit in Schlesien. Themen sind unter anderem der Alltag dieser Zeit, das Leben unter dem Nationalsozialismus, der Zweite Weltkrieg, Kriegsgefangenschaft sowie die Flucht und Vertreibung. Immer wieder kommen Zeitzeugen dazu zu Wort, darunter auch Luise Hannes, Elfriede Moll sowie Elmar Pfandzelter, alle drei aus Schwabmünchen.

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