Hungrige Igelmütter unterwegs!

Die meisten Igelkinder in Bayern werden im Spätsommer geboren. Für die Aufzucht brauchen die Igelmütter nun besonders viel Energie. Der Regen der letzten Tage ist daher höchst willkommen, denn die lange Trockenheit zuvor erschwerte ihnen die Nahrungssuche. Die Würmer verzogen sich in tiefere und feuchtere Erdschichten und der Boden war und ist teils immer noch zu hart zum Scharren nach Nahrung. Trotz erstem Regen ist es gerade jetzt wichtig, den Igelmüttern im heimischen Garten zu helfen. Frisches Wasser und eine kurzfristige Fütterung unterstützen den stacheligen Gartenbewohner. Doch Vorsicht! Bei unvorsichtiger Gartenarbeit laufen die Igelnester Gefahr, zerstört zu werden. "Ein Igelnest ohne Mutter ist noch kein Grund zur Sorge. Ist das Nest jedoch definitiv verlassen, benötigen verwaiste Igelbabys sofort Hilfe und eine artgerechte Versorgung", erklärt die LBV-Igelexpertin Martina Gehret.

"Es gibt viele Gründe, warum eine Igelmutter das Nest verlässt. So lässt sie beispielsweise ihre Jungen im geschützten Nest zurück, solange sie auf Nahrungssuche geht", weiß Martina Gehret. Ein scheinbar verlassenes Igelnest ist also noch kein Grund zur Sorge. "Wichtig ist es zu wissen, wann ein Nest wirklich verlassen ist. Flüchtet die Mutter, weil das Nest durch Gartenarbeiten zerstört wurde, kommt sie vielleicht zurück und quartiert ihren Nachwuchs um", erklärt die LBV-Igelbeauftragte. Frisch geborene Igelkinder können ohne Probleme zwei Stunden ohne Mutter überstehen, ältere Igelkinder können sogar sechs Stunden ohne Nahrung auskommen. Erst wenn die Igelmutter in dieser Zeitspanne nicht zurückkommt, gelten die Igelkinder als verwaist und brauchen Schutz und Nahrung.


Im August und September kommen die meisten Igelkinder zur Welt. Nach 35 Tagen Tragzeit werden durchschnittlich vier bis sechs Igelsäuglinge mit gerade mal 12 Gramm Körpergewicht geboren. Zu diesem Zeitpunkt sind die Leichtgewichte jedoch noch blind und taub und werden von der Mutter beschützt und gesäugt. "Die Igelbabys kosten die Igelmutter viel Kraft", so Gehret.


Die Aufzucht verwaister Igelsäuglinge ist ein 24-Stunden-Job und sehr anstrengend. Niemand kann das besser als die Igelmutter. Die Aufzucht sollte daher nur übernommen werden, wenn definitiv feststeht, dass die Mutter nicht zurückkommen wird. "Am besten wendet man sich an einen Tierarzt oder eine Igelstation", empfiehlt Martina Gehret. Detaillierte Informationen zur Aufzucht von Igelsäuglingen sind unter www.igel-in-bayern.de zu finden. (pm)
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