Streitschlichter-Seminar

 

Respekt und Zivilcourage waren die beiden zentralen Themen, unter denen das diesjährige Seminar-Wochenende der Streitschlichter der Stephani-Mittelschule Gunzenhausen sowie der Altmühlfranken-Schule Weißenburg-Gunzenhausen stand. 21 Jungen und Mädchen verbrachten drei Tage im Evangelischen Bildungs- und Tagungszentrum in Pappenheim und wuchsen dort als Team spür- und sichtbar zusammen. Angeleitet wurde die Bildungsmaßnahme von den beiden Sozialpädagogen Thomas Pfaffinger (Diakonie Weißenburg-Gunzenhausen) und Denise Mayer (Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen), die bei der Durchführung tatkräftige Unterstützung von Schulbegleiterin Doris Lechner und dem Ehrenamtlichen Leon Jahfer erhielten. Finanziell gestemmt werden konnte das Ganze durch Beiträge seitens der Fördervereine der beiden Schulen sowie des Lions Clubs Gunzenhausen.

An ihren beiden Schulen in Gunzenhausen und Weißenburg sorgen die Schüler dafür, dass Konflikte zwischen Gleichaltrigen ohne Gewalt gelöst werden können. Einmal im Jahr geht es schließlich auf eine Bildungsmaßnahme, bei der neben bestimmten Themen die Intensivierung der Kooperationsfähigkeit sowie der Gruppenzusammenhalt im Mittelpunkt stehen. Nachdem am ersten Tag die Gruppenregeln sowie der weitere nötige Rahmen besprochen waren, starteten die Acht- und Neuntklässler in die inhaltliche Auseinandersetzung: Anhand eines Rollspieles ging es mitten rein in das Thema Respekt. Die Schüler waren dazu aufgefordert, sich mit folgenden Fragestellungen auseinanderzusetzen: Was ist für Dich Respekt? Wer hat Dir Respekt beigebracht? Wie zeige ich Respekt? Was ist der Unterschied zwischen Angst und Respekt? In Kleingruppen suchten die Konfliktlotsen nach Antworten auf diese Fragen, gestalteten Plakate und stellten diese anschließend ihren Kollegen vor. Ziel der Übung war es, zu zeigen, dass der Respekt, den man vor einer Person hat, auf einem positiven Hintergrund gewachsen ist. Angst ist hingegen ein negatives Gefühl.

"Respekt Buddy"

Anschließend wurde noch die Bedeutung von weiteren Werten wie Freundschaft, Vertrauen, Gesundheit besprochen. Ein jeder durfte sich eine Wertekarte aussuchen und die anderen wissen lassen, warum gerade dieser darauf abgebildete Wert für ihn von Bedeutung ist. Zum thematischen Abschluss des ersten Tages führten die Sozialpädagogen noch den „Respekt Buddy“ ein. Ein Kuscheltier konnte Gruppenmitgliedern verliehen werden, die sich besonders respektvoll verhalten hatten. Die Aktion wurde rasch zum täglichen Ritual, die Teilnehmer überreichten sich mit Überzeugung und gegenseitiger Achtung den Respekt Buddy. Der erste Tag fand noch mit einem gemeinsamen Kegeln seinen würdigen Abschluss.

Zivilcourage kann man lernen

Der Vormittag des Samstags war schließlich dem Thema Zivilcourage gewidmet. Anhand verschiedener Übungen lernten die Schüler, wie wichtig es ist, zu seiner eigenen Meinung zu stehen. Die Aktion „Der Tunnel“ lehrte ihnen beispielsweise den Umgang mit Provokationen, vorausschauendes Denken sowie Handeln und gab ihnen Verhaltensweisen mit auf den Weg, wie man in Gefahrensituationen nicht die Kontrolle verliert. Schließlich bereiteten die Schüler in Kleingruppen noch die Aktion „Herausforderungen“ vor: Sie bekamen die Aufgabe fünf Herausforderungen zu erfinden, in denen sie gegen die anderen Mannschaften antreten und natürlich gewinnen sollten. Abends galt es, die verschiedenen Spielaktionen umzusetzen – so war das kurzweilige Programm für den Abschlussabend schon gesichert. Zuvor mussten die Schüler aber noch ihre Kreativität und Teamfähigkeit unter Beweis stellen: Sie gestalteten Bilderrahmen mit kleinen Zeichnungen rund um die Zivilcourage und zeigten schließlich bei einer Team-Challenge, wie hervorragend sie inzwischen auch in unterschiedlichen Konstellationen zusammen arbeiten können.

Mit der Aktion „Busfahrt“ am Sonntag endete die thematische Auseinandersetzung rund um die Zivilcourage. In einem Stegreif-Rollenspiel erfuhren die Teilnehmer hier, wie sinnvolles Opfer- und Zuschauerverhalten aussehen kann. Den Fachkräften Thomas Pfaffinger und Denise Mayer war der praktische Bezug sehr wichtig: „Anhand der verschiedenen Übungen erfuhren die Streitschlichter, wie man in brenzligen Situationen gut reagieren kann. Die Schüler konnten sich in die jeweilige Lage der Opfer bzw. auch Täter gut hineinversetzen und für sich selbst eigenes Verhalten kritisch hinterfragen.“

Harmonisches Ende

Mit einer Reflexion des gesamten Wochenendes sowie einer weiteren Runde des „Respekt Buddies“ endete das Seminar: Das abschließende Fazit war, dass sich jeder aus der Gruppe die Auszeichnung verdient hatte – und ein jeder bekam diese auch von einem anderen Teilnehmer zugesprochen. Die jeweils wertgeschätzten und benannten respektvollen Verhaltensweisen untermauerten die tolle und harmonische Grundstimmung, die sich zwischen den Streitschlichtern entwickelt hatte. Übereinstimmend gaben so auch alle an, dass sie vor allem die tolle Gruppenatmosphäre, den Zusammenhalt sowie die vielen Gemeinschaftserlebnisse als Highlights mit nach Hause nehmen werden. Die Aussage eines Jugendlichen brachte es auf den Punkt: „Es hat richtig Spaß gemacht. Beim nächsten Mal könnte es aber ruhig noch ein bisschen länger sein.“ (pm)
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