Unterstützung für das Fränkische Gelbvieh

Gelbvieh auf einer Weide nahe Weißenburg. Foto: pm


Gemeinsam mit der Regionalgruppe Hohenlohe-Franken will Slow Food-Altmühlfranken die leider in Vergessenheit geratene Rinderrasse des Fränkischen Gelbvieh wieder stärker in das Bewusstsein aufgeschlossener Konsumenten rücken. Während es in Oberbayern bereits erfolgreiche Bemühungen zur Erhaltung des Murnau-Werdenfelser Rind oder in Württemberg des Limpurger Rind gibt, ist den Franken ihre ursprünglich weit verbreitete Regionalrasse kaum noch bekannt. Dabei spricht sehr viel für die Erhaltung dieser Rinderrasse. Mit seinem feinfasrigen, gut marmorierten Fleisch erzielt das Frankenvieh einen hervorragenden Geschmack und steht der hochgelobten Fleischqualität des Pinzgauer Rinds aus dem Alpenraum nicht nach. Bei der Milchleistung werden zwar keine Mengen wie bei Hochleistungsrassen, dafür aber hervorragende Qualitäten erzielt. Gleichwohl findet sich dieses urfränkische Rind kaum mehr auf einer Speisekarte der Gastronomie und wird auch von Metzgereien nur noch höchst selten angeboten.

Slow Food möchte mit seinen beiden Regionalgruppen diesem Missstand abhelfen, denn die wenigen noch gehaltenen Tiere kommen im Raum Neustadt/Aisch bzw. in Spessart und Rhön und hier in Altmühlfranken vor. Mit der Aufnahme in das Arche-Projekt von Slow Food soll das Interesse an dieser alten und für unsere Region bedeutsamen Rinderrasse wieder stärker geweckt werden. In diesem international aufgestelltem Arche-Projekt werden weltweit regional wertvolle Lebensmittel, Nutztierarten und Kulturpflanzen vor dem Vergessen und Verschwinden bewahrt. Denn meistens haben die in der Arche aufgenommenen Produkte unter den gegenwärtigen Bedingungen des Marktes wenig Chancen.

Das Fränkische Gelbvieh hatte zu seiner Blütezeit Ende der 1950er Jahre einmal einen Bestand von 800 000 Rindern. Das waren damals immerhin sieben Prozent des Gesamtrinderbestands in Deutschland. Der starke Strukturwandel in den fränkischen Ackerbaugebieten (Zuckerrüben- und Maisanbau) und der Trend zu hohen Milchleistungen, haben zu einem starken Rückgang dieser genügsamen Rasse geführt. Erschwerend kam die immer geringere Zahl an Besamungsbullen hinzu. Trotz seiner besonderen Eigenschaften der Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Klima- und Haltungsbedingungen, seiner dadurch bedingten landschaftspflegerischen Leistungen, seines sehr ruhigen Temperaments und der guten Mutterkuheigenschaften hat der Gelbvieh-Bestand rasant abgenommen und betrug 2016 nur noch 1350 reinrassige Tiere (davon 250 Fleischrinder). Damit fällt das Fränkische Gelbvieh in die Kategorie "gefährdet" der Gesellschaft zur Erhaltung alter Haustierrassen.

Slow Food möchte mit der Aufnahme in die Arche-Liste das Ziel verfolgen, dass das Fränkische Gelbvieh einen ähnlichen Status als Qualitäts-Fleischmarke erhält, wie beispielsweise das Schwäbisch-Hällische Landschwein. Es ist daher von besonderer Bedeutung, dass Gelbvieh nicht anonym nur als "Rindfleisch" oder "Milchprodukt" vermarktet wird. Slow Food möchte erreichen, dass die Halter und Verarbeiter des Fränkischen Gelbviehs wieder auf diese urfränkische Rinderrasse setzen und dies kommunizieren.

Gerade in Altmühlfranken mit einer Reihe von Rinderhaltern im Spalter Hügelland oder im Bereich des Jura und des Altmühltals besteht diese Chance ja in der Tat. Immerhin gibt es hier noch 18 Gelbviehhalter und in Spalt sogar zwei Metzger, welche dieses Produkt aktiv anbieten. Slow Food wird daher auch am 20. April einen Fränkischen Gelbvieh-Menüabend im Landgasthof Schäferhof in Enderndorf am Brombachsee anbieten, damit sich die interessierten Kunden über diese besondere fränkische Lebensmittel-Qualität umfassend und aus erster Hand informieren können. (pm)
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