Bäcker bekommen mehr Geld


Sie backen ab sofort größere Semmeln: Im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen bekommen die rund 490 Beschäftigten in Bäckereien mehr Geld. Zum Juli steigen die Löhne im Verkauf um 2,7 Prozent, in der Produktion und allen anderen Bereichen um 2,5 Prozent. Damit haben gelernte Bäcker und Bäckereifachverkäuferinnen am Monatsende rund 60 Euro mehr auf dem Lohnzettel. Das hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mitgeteilt.

Die NGG Nürnberg-Fürth rät: "Die Beschäftigten sollten unbedingt die nächste Lohnabrechnung prüfen. Denn zusätzlich zur Erhöhung gibt es eine Einmalzahlung von 190 Euro für alle Berufsgruppen." NGG-Geschäftsführerin Regina Schleser spricht von einem "guten Ergebnis" nach einer schwierigen Tarifrunde. Mustafa Öz, Verhandlungsführer der Gewerkschaft: "In den dreimonatigen Verhandlungen haben sich die Arbeitgeber lange nicht bewegt und nur ein 'Magerangebot' von lediglich 1,8 Prozent vorgelegt. Herausgekommen ist dagegen ein richtiges Lohn-Plus für die Arbeitnehmer, denn auch für das kommende Jahr haben wir weitere Lohnsteigerungen zwischen 2,5 Prozent und 2,7 Prozent vereinbart. Das kann sich sehen lassen."

Mit Blick auf den Fachkräftemangel in der Branche setze der neue Tarifvertrag ein wichtiges Zeichen. "Viele Betriebe im Kreis Weißenburg-Gunzenhausen haben Probleme bei der Suche nach Fachpersonal. Ob Mehlstaub und Hitze am Ofen oder Stress hinter der Verkaufstheke - die Jobs in der Bäckereibranche sind hart. Umso wichtiger ist ein Verdienst, der zum Leben reicht. Einen Anspruch auf die Lohnerhöhung hat jeder Beschäftigte, der Gewerkschaftsmitglied ist und dessen Arbeitgeber in der Bäckerinnung ist. Zugleich appelliert die NGG Nürnberg-Fürth an die heimischen Bäckermeister, ihren Azubis auch eine Übernahmegarantie zu bieten. Regina Schleser: "In den meisten Branchen ist es längst Standard, dass man nach der Ausbildung mindestens ein Jahr weiter im Unternehmen arbeiten kann. Wer in der Bäckerei lernt, will auch eine sichere berufliche Perspektive." Bislang hätten sich die Arbeitgeber jedoch gegen eine feste Vereinbarung gewehrt.

Nach NGG-Angaben zählt das bayerische Bäckerhandwerk rund 48.000 Beschäftigte. Die Branche ist zunehmend von Großbetrieben geprägt. Vier Prozent der Betriebe erwirtschaften fast zwei Drittel des Umsatzes. (pm)
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