FCA und FCN trennen sich Unentschieden

Mit sieben Mann in Begleitung fuhr der Emetzheimer Mediaberater der StadtZeitung Weißenburg, Heinz Bosch, zum bayrischen Bundesligaderby zwischen dem FC Augsburg und dem FC Nürnberg nach Augsburg. Dabei traf er seinen Augsburger Redaktionskollegen Florian Handl an der WWK-Arena. Nach den vergangenen hohen Auswärtspleiten kann Heinz Bosch, als Nürnberg-Fan, mit dem Unentschieden besser leben, als der Arbeitskollege aus Augsburg. Foto: Kurt Havens

Das Bayern-Derby zwischen Augsburg und Nürnberg in der Fuggerstadt wurde überschattet von der traurigen Nachricht des Todes des Aufsichtsratsvorsitzenden Peter Bircks. Er verstarb am Freitag an den Folgen eines Verkehrsunfalls. Die Mannschaft von Cheftrainer Manuel Baum lief mit Trauerflor auf und gedachte Bircks in einer Gedenkminute. "Es ist ein richtiger Schock gewesen", sagte Kapitän Daniel Baier nach dem Spiel.

In der Anfangsphase des Spiels passierte auf dem Feld nicht viel. Wie aus dem Nichts erhöhte der FCA dann das Tempo, kam über die rechte Seite und mit einem feinen Doppelpass gelang es Jeffrey Gouweleeuw und Jonathan Schmid die gegnerische Abwehrreihe zu durchbrechen. Die scharfe Hereingabe des Franzosen Schmid von der Grundlinie fand Alfred Finnbogason, der frei vor dem Tor stand und aus drei Metern zur 1:0 Führung einnetzte.

Das frühe Tor war wie ein Weckruf für die Mannschaft von Trainer Baum. Mit schönen Ballstafetten gelang es den Fuggerstädtern immer wieder gefährlich zu werden und sie bestimmten die Partie zunehmend. In der 34. Minute war es wieder der Isländer Finnbogason, der gar auf 2:0 hätte erhöhen können. Völlig frei aus fünf Metern kam er nach einer Ecke zum Kopfball, den er allerdings völlig verzog. So etwas kannte der Isländer bisher in der Bundesliga nicht. Jeder seiner sechs Torschüsse in der Liga war bis dato durch Erfolg gekrönt. Die Gäste aus Franken waren also mit einem 0:1 Rückstand zur Halbzeit gut bedient.

Augsburg gab mit 65% Ballbesitz und einer Passgenauigkeit von 85% klar den Takt vor.

Die beste Chance in der ersten Hälfte hatten die Nürnberger, als Adam Zrelák nach einer Flanke von der linken Seite volley aus acht Metern abzog. Dank der disziplinierten Arbeit der Augsburger Abwehr, die ihn sofort bedrängte, konnte er nicht genügend Druck hinter den Ball bringen. So war es ein Leichtes für Augsburgs Torwart Andreas Luthe, den Ball sicher zu packen.

Nach Wiederanpfiff änderte sich am Spielgeschehen vorerst nicht viel. Augsburg drückte auf ein weiteres Tor, gab dadurch allerdings viel Raum für den Club aus Nürnberg für einen schnellen Gegenstoß.

Augsburg arbeitete viel über die Flügel und versuchte mit gefühlvollen Hereingaben von Schmid oder Marco Richter, ihren Torgaranten Finnbogason in Szene zu setzen. Jener Richter war es, der eine perfekte Flanke in die Strafraummitte schlug und den Isländer mustergültig bediente. Per Kopf verfehlte Finnbogason um Haaresbreite und traf nur das Aluminium. Im direkten Gegenzug nutzten die Cluberer die ihnen gebotenen Räume und drangen über rechts bis an den Strafraum vor. Eine Flanke wurde zunächst abgewehrt, prallte allerdings vor die Füße von Nürnbergs Alexander Fuchs, der aus spitzem Winkel draufhielt und das Spielgerät direkt über Luthes Kopf hinweg zum 1:1-Ausgleichstreffer versenkte.

Daraufhin konnten die Zuschauer in der ausverkauften WWK-Arena ein offenes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten verfolgen. Die bayerischen Schwaben ließen sich durch den Ausgleich nicht aus dem Konzept bringen und stürmten weiterhin munter nach vorn. Nur fünf Minuten später kam es zu einer Standardsituation. Schmid griff sich entschlossen das Kunstleder und setzte zum Freistoß aus 20 Metern an.

"Sensationsfreistoß"

"Gestern im Abschlusstraining habe ich aus ähnlicher Position einen Freistoß oben rechts ins Eck getroffen", erklärte Schmid. Er lief an und bugsierte den Ball mit einem "Sensationsfreistoß", wie ihn Baum später nannte, über die Mauer ins rechte obere Toreck zur 2:1 Führung. Unhaltbar für Schlussmann Christian Mathenia.

Wer glaubte, dass Nürnberg sich dadurch unterkriegen ließ, sollte eines Besseren belehrt werden. Die Halbzeitansprache von Trainer Michael Köllner begann Wirkung zu zeigen. Zunehmend offensiver trat der Club auf und drückte Augsburg gegen Ende des Spiels in die eigene Hälfte. Der FCA beschränkte sich größtenteils nur noch auf die Absicherung und so kamen die Gäste zu vielen Standardsituationen. Zwei Minuten vor Spielende segelte die mittlerweile fünfte Ecke in den Augsburger Strafraum. Caiuby verteidigte zu unkonzentriert und sein Gegenspieler Lukas Mühl köpfte aus sieben Metern den Ball zum 2:2 Ausgleichstreffer ins Tor. (
Patrick Bruckner )
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