Essstörungen aus der Anonymität holen

Essstörungen sind ein häufig unterschätztes Problem. Die Aktionswoche zum Thema Essstörungen klärt auf, informiert über Möglichkeiten der Prävention und zeigt Wege aus der Krankheit. Foto: Heidy de Blum


Essstörungen haben besorgniserregend zugenommen, sie gehören heute zu den häufigsten Krankheitsbildern im Jugendalter. Das Robert-Koch-Institut stellte bei fast jedem dritten Mädchen im Alter von 14 bis 27 Jahren erste Hinweise auf ein auffälliges Essverhalten fest. Immer häufiger zeigen auch Jungen und junge Männer ein gestörtes Essverhalten.

Früherkennung

Doch wie erkennt man, ob die Freundin, der Freund oder etwa das eigene Kind in Gefahr ist? Denn nicht jede Auffälligkeit führt zwangsläufig zu einer Essstörung, wie Magersucht, Bulimie oder Esssucht. Oft wollen Betroffene erste Anzeichen nicht wahrhaben, die Auffälligkeiten werden schnell zum Tabu- oder Streitthema. Die Essstörung liegt im Verborgenen. Wird die Krankheit dann offensichtlich, sind Eltern, Lehrkräfte und Freunde unsicher, wie sie mit dem Betroffenen umgehen sollen und wie sie unterstützen können.

Die Aktionswoche zum Thema Essstörungen will informieren, Hilfestellung geben und jungen Menschen Mut machen, damit diese gar nicht erst entstehen. Betroffenen sollen aber auch Wege aufgezeigt werden, wie sie aus der Krankheit finden. Die Besucherinnen und Besucher erhalten interessante Einblicke in die Gedankenwelt von erkrankten jungen Frauen und Männern. Es geht um die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper, die Angst zu versagen, nicht zu genügen, aber auch um Wünsche, Sehnsüchte und was Jugendliche stark und "satt" macht.

Ausstellung

Die Ausstellung "Klang meines Körpers" richtet sich an Schüler ab der siebten Klasse, Lehrkräfte, junge Erwachsene, Eltern, Vereine, und andere, die mit Jugendlichen arbeiten.

Schulklassen können sich für Führungen am 26., 27. und 28. September sowie am 2. Oktober anmelden.

Auch Einzelpersonen sowie alle weiteren Gruppen und Interessierte können sich für Führungen anmelden.

Anmeldungen und weitere Informationen sind unter gesundheitsregion@landkreis-

wug.de oder über die Website www.altmuehlfranken.de/klangmeineskoerpers/ möglich.

"Food Diaries"

Das Theaterstück "Food Diaries" ist am Donnerstag, 4. Oktober, um 18 Uhr. Es besteht aus einzelnen wahren Geschichten rund um das Thema Essstörung, Schlankheitswahn und Schönheitsideale. Die Schauspielerin Heidy de Blum schlüpft in die Rollen unterschiedlicher junger Frauen und erzählt deren, sowie ihre eigene Geschichte. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Der Eintritt zur Ausstellung sowie zum Theaterstück ist frei. Beide Veranstaltungen sind in den Räumen des Deutschen Vereins für Gesundheitspflege e. V. (Bahnhofstraße 39) in Gunzenhausen. Es ist geplant, dass die Ausstellung im nächsten Jahr in Weißenburg und Treuchtlingen zu sehen sein wird. Kooperationspartner sind das Diakonische Werk Weißenburg-Gunzenhausen e. V., die KISS Weißenburg und das Gesundheitsamt.
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