Eine kleine Ausstellung: Sporen - Trense - Verzierungen

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Peter Bogner in der Ausstellung im Schloss Wertingen
Wertingen: Schloss | Heimatmuseumsmitarbeiter Peter Bogner hat im Eingangsbereich des Schlosses eine Vitrine mit Reitsportzubehör gestaltet. Betitelt hat Bogner die kleine, aber feine Ausstellung mit: „Gashebel – Bremse – Tuning“. Er setzt dabei das Pferd als Fortbewegungsmittel in Analogie zum Auto.

Dem Gaspedal am Auto entsprechen die Sporen beim Reiten. Sporen dienen der Beschleunigung von Pferden. Bogner hat hier verschiedene Typen aus unterschiedlichen Zeiten zusammengetragen. Die Entwicklung der Sporen beginnt um Christi Geburt bei den Römern mit den Dornsporen, die auch als Stachelsporen bezeichnet werden. Sie wurden fest am Stiefelabsatz montiert. In der Vitrine sind verschiedene Formen zu sehen. Der Reiter drückt zur Beschleunigung den Dorn in die Flanke des Pferdes.
Im fließenden Übergang vom 13. ins 14. Jahrhundert entwickelte sich aus dem Dornsporen der Radsporen. Beim Radsporen wird der Dorn durch ein Rädchen mit Stacheln abgelöst. Es sitzt am Ende der Stange, diese wiederum am Bügel, der mittels Lederriemen an der Ferse und am Spann des Reiters befestigt wird. Auffallend sind die unterschiedlichen Bügelformen und die Verzierungen. Auch heute noch sind z. B. beim Westernreiten Radsporen im Einsatz, wobei diese in der Regel kleiner ausfallen als die ausgestellten Objekte.
Beide Varianten, Dorn- und Radsporen erfuhren kunstvolle Ausprägungen, die nicht selten mit Silber tauschiert waren. "Goldene Sporen" konnte sich mancher Knappe erwerben, wenn er zum Ritter geschlagen wurde, es war dann das Symbol des Adelsstandes.
Eine Besonderheit in der Vitrine stellt ein Steigbügel mit integriertem Radsporn dar. In der Vitrine befindet sich auch ein besonders schön verziertes Steigbügel-Exemplar mit durchbrochener Fußplatte.

Die Trense beim Pferd entspricht der automobilen Bremse. Die Trense besteht aus einer beweglichen Gebiss-Stange, die quer im Maul des Pferdes liegt. Mittels Ringen am jeweiligen Ende der Stange wird die Trense am Zügel befestigt. Um die Bewegung eines Pferdes zu bremsen oder auch zu lenken bediente man sich der Trense oder noch ausgeprägter der Kandare. Beide greifen über den Zügel mehr oder weniger schmerzhaft am Gebiss des Reittieres ein. In der Vitrine befindet sich auch eine Knebeltrense für doppelte Zügelführung, die eine verfeinerte Führung des Pferdes ermöglicht.

Dem Tuning und Styling bei der Gestaltung des Autos vergleichbar ist die Verzierung des Kummets, des Zaumzeugs oder des Geschirrs. Unter Kummet versteht man den gepolsterten Bügel um den Hals von Zugtieren. Die Verzierungen weisen oft besondere Dekore auf oder bestehen aus Schellen, so dass die Ankunft von Pferd und Reiter schon von Weitem zu hören ist. Zudem sollten damit früher böse Geister fern gehalten werden. Auch die Zügelführungen aus Messing sind besonders gestaltet.

Die Ausstellung kann während der Öffnungszeiten der Verwaltung im März und April besichtigt werden.
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Otto Killensberger aus Wertingen | 05.03.2018 | 02:15  
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