Hasenpest im Landkreis Dillingen

Feldhasen können auch die Hasenpest übertragen. (Foto: Symbolbild Michael Land 123rf.com)

Tularämie wurde in Nordschwaben, Landkreis Dillingen, nachgewiesen. Auch vergangenes Jahr wurde diese bakterielle Infektion dort nachgewiesen. Hunde sollen vorerst im Wald angeleint bleiben.

In der Gemarkung Gottmannshofen wurde kürzlich ein verendeter und zwischenzeitlich auf Tularämie, umgangssprachlich auch als "Hasenpest" oder "Nagerpest" bezeichnet, positiv getesteter Feldhase aufgefunden. Der Hase stammte aus demselben Revier, in dem bereits im vergangenen Jahr ein Fall von Hasenpest nachgewiesen werden konnte.

Bei der Hasenpest handelt es sich um eine bakterielle Erkrankung, die vor allem bei wildlebenden Tieren vorkommt und durch das Bakterium Francisella tularensis verursacht wird. In erster Linie sind Feldhasen betroffen. Jedoch können Kaninchen und Nagetiere wie Mäuse, Wühlmäuse, Ratten und Eichhörnchen genauso wie Wildwiederkäuer, Fleischfresser und sogar Vögel infiziert sein. Stechinsekten und insbesondere Zecken können bei der Übertragung eine wichtige Rolle spielen.

Das Krankheitsbild bei Tieren reicht von milden Formen mit lokaler Lymphknotenschwellung bis hin zu schwerwiegenden Allgemeininfektionen. Insbesondere bei Hasen, Kaninchen und Nagetieren sind seuchenhafte Verläufe mit hoher Sterblichkeit bekannt. Betroffene Tiere magern ab, zeigen struppiges Fell, schwankenden Gang und werden teilnahmslos. Aufgrund von Entkräftung können sie ihre natürliche Scheu verlieren.

Meldepflicht für Tularämie

Die Tularämie bei Hasen und Kaninchen ist gemäß der Verordnung über meldepflichtige Tierkrankheiten meldepflichtig.

Auch der Mensch kann sich mit der Hasenpest infizieren. Jedoch handelt es sich beim Menschen um eine eher seltene Erkrankung. Im Landkreis Dillingen sind bisher keine Erkrankungen aufgetreten.

Die Ansteckung von Menschen oder Haustieren erfolgt hauptsächlich über Haut- und Schleimhautkontakt mit infektiösem Material, wie beispielsweise den Verzehr von nicht ausreichend erhitztem, Fleisch infizierter Tiere. Kälte schadet den Erregern nicht, was bedeutet, dass gefrorenes Fleisch und kontaminierte Materialien in den Wintermonaten lange infektiös bleiben.

Überdies ist eine Infektion durch die Einatmung von kontaminiertem Staub und Aerosolen beim Umgang mit infizierten Tierkörpern möglich. Diese Infektionsquelle ist insbesondere für Jäger beim Umgang mit toten Tierkörpern und für Spaziergänger beim direkten Kontakt mit infizierten Feldhasen von besonderer Bedeutung.

Beim Menschen sind im Falle einer Erkrankung die Krankheitserscheinungen unspezifisch. Häufig treten grippeähnliche Symptome mit Kopf- und Gliederschmerzen nach drei bis fünf Tagen auf. Die Krankheit ist - rechtzeitig erkannt - gut mit einer Antibiose therapierbar.

Empfohlene Vorsichtsmaßnahmen

Das Ansteckungsrisiko für den Menschen ist bei Einhaltung entsprechender Vorsichtmaßnahmen sehr gering. Es wird empfohlen, Fleisch von Feldhasen nur zu verzehren, wenn es vollständig durchgegart wurde. Mit Tierkadavern verseuchtes Wasser sollte gemieden werden. Jäger und Revierinhaber sollten beim Abbalgen Handschuhe und bei Bedarf spezielle Atemschutzmasken tragen. Außerdem soll jeder Kontakt mit tot aufgefunden Hasen oder sonstigen Wildtieren unterlassen und der zuständige Jäger benachrichtigt werden.

Hinsichtlich des Infektionsrisikos für Haustiere ist es wichtig, den Kontakt der eigenen Tiere zu möglichen infizierten Tieren zu unterbinden. Hier empfiehlt sich ein konsequentes Anleinen von Hunden beim Spazierengehen.

Jäger und Revierinhaber sollten in jedem Fall beim Auffinden von auffälligen oder verendeten Feldhasen, die Seuchen oder seuchenähnliche Merkmale der Tularämie aufweisen, die verendeten Wildkörper unter Berücksichtigung entsprechender Hygienemaßnahmen sicherstellen. Tote Feldhasen können am Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Oberschleißheim durchgeführt werden.

Informationen sind hier abrufbar.

Polizei verständigen

Wer ein verendetes Tier mit Anzeichen für Hasenpest findet, melde dies bei der zuständigen Polizeidienststelle, die das weitere Vorgehen und Meldung beim Revierleiter veranlassen kann.

Zu beachten ist: Nicht jedes Tier verendet nun an Hasenpest. Allerdings gilt immer: Finger weg! (staz)
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