"Ich darf leben": Stammzellspende für Sena Albaz aus Wertingen

Sena Albaz aus Wertingen. (Foto: privat)

Stammzellspender aus Australien für Sena Albaz aus Wertingen.

"Ich darf leben", freut sich Sena Albaz aus Wertingen. Sie besucht die 12. Klasse an der Hans-Leipelt-Fachoberschule in Donauwörth und ist froh, in die Schule gehen zu können. Denn das war für sie nicht mehr selbstverständlich.

Im Februar 2013, vor fünf Jahren, merkte die damals 15-jährige, dass sie keine Ausdauer mehr hatte, ihr ständig übel war und es ihr einfach nicht gut ging. Viele Untersuchungen folgten. Dann fanden die Ärzte die Ursache: das Myelodysplastische Syndrom: Ihr Knochenmark produzierte fehlerhafte und nicht voll funktionstüchtige Blutzellen. Das gestörte Immunsystem, Blutvergiftungen und andere Begleitkrankheiten hatten zur Folge, dass Sena ab Februar 2013 in der 9. Klasse nicht mehr zur Schule gehen und ihren Abschluss an der Mittelschule machen konnte sowie auf den Besuch größerer Veranstaltungen verzichten musste.

Helfen konnte ihr letztlich nur noch eine Transplantation gesunder Stammzellen durch einen passenden Spender. Ihre Familie rief damals ihr Umfeld zur Hilfe auf. Da die Patienten meist auf einen Spender gleicher Abstammung angewiesen sind, fand eine Typisierungsaktion bei einer türkischen Veranstaltung in Roggden statt. Unter anderem startete auch die Firma Creaton eine Betriebstypisierung.

Stammzellspender: 38-Jähriger aus Thailand mit australischen Wurzeln

Sena hatte Glück. Es wurde ein Stammzellspender in den weltweit vernetzten Dateien für sie gefunden – ein damals 38-jähriger Mann aus Thailand mit australischen Wurzeln. Und er war bereit zur Stammzellspende.

Am 16. November 2013 kam der Beutel mit den lebensrettenden Stammzellen mit dem Flugzeug aus Thailand ins Ulmer Klinikum. Vor diesem Termin wurden fünf Tage lang bei Sena mit stärkster Chemotherapie die eigenen, nicht mehr funktionieren Stammzellen abgetötet. Danach erhielt Sena die neuen Stammzellen per Infusion. Das war der Tag 0 für die damals 15-Jährige.

„Mit dem Tag der Stammzellspende hat für mich ein neues Leben begonnen“, erinnert sich die nun 20-jährige junge Frau. Die Stammzellspende schlug gut an. Die neuen Stammzellen wuchsen an, vermehrten sich und übernahmen ihre Funktion. Sena musste es jedoch noch langsam angehen. 2013/14 durfte sie noch nicht zur Schule gehen. Im Herbst 2014 war ihr dies wieder möglich.

Jetzt beendet sie die 12. Klasse an der Hans-Leipelt-Fachoberschule in Donauwörth mit ihrem Fachabitur. Ihr Ziel: ein Studium im Wirtschaftsingenieurwesen.

Sena freut sich, dass auch ihre Schule – die Hans-Leipelt-Fachoberschule Donauwörth – regelmäßig mit dabei ist bei "DKMS-Leben-spenden-macht-Schule". Alleine aus der FOS/BOS Donauwörth konnten unter 1.549 typisierten Schülern bereits 24 davon Patienten die Chance auf ein neues Leben schenken. Infos unter www.dkms.de. (pm)

Vor Ort hilft gerne auch Brigitte Lehenberger als ehrenamtliche Unterstützerin der DKMS, Telefon 08276/1567.
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