Loewe Opta - das Ende einer Legende - Vortrag im Radio- und Telefonmuseum

Der erste Erfolgs-Empfänger der Firma Löwe der OE 333 aus dem Jahre 1926.
 
Die Rückwand des Löwe Opta Tempo Type 42005.
Wertingen: Radio- Telefonmuseum | Loewe Opta - das Ende einer Legende dieses Thema hat sich Elektroingenieur Willi Kempter aus Herbertshofen für seinen Vortrag ausgesucht.
Am Sonntag, 20. Oktober wird er um 15 Uhr im Radio- und Telefonmuseum in Wertingen, Fére-Straße 1, referieren.
1923, der Geburtsstunde des deutschen Radios war auch das Gründungsjahr der Firma Loewe. Zwei Brüder, David Ludwig und Siegmund gründeten in Berlin drei Firmen zur Herstellung von Radiogeräten, Lautsprechern und Elektronenröhren. Ab 1929 wurde daraus die Firma D.S. Loewe AG, die eine bedeutende Rolle als Hersteller von Unterhaltungselektronik in Deutschland spielen sollte.
Schon vor der Firmengründung arbeitete Siegmund Loewe eng mit dem noch jungen Physiker Manfred von Ardenne zusammen.
Das erste Erfolgsprodukt, das in großen Stückzahlen verkauft wurde, der legendäre Ortsempfänger OE 333 von 1926, verwendete eine bei Loewe erfundene und gebaute Mehrfachröhre. 1931 auf der Funkausstellung Berlin demonstrierte von Ardenne die erste vollelektronische Fernseheinrichtung. Auf eine Anregung von Loewe geht auch die Gründung der Fernseh-AG zurück, die mit Bosch, Baird Ldt., Zeiss Ikon und Loewe die Entwicklung des Fernsehens voran brachte.
Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten wurden die Brüder Loewe als Juden immer mehr behindert und schließlich aus ihrer Firma heraus gedrängt. Beide mussten schließlich emigrieren; Loewe wurde faktisch ein Staatsbetrieb, der in den Kriegsjahren überwiegend Rüstungsgüter produzierte.
Im Zusammenhang damit wurde 1940 aus der "Loewe Radio GmbH" die "Löwe Radio AG".
1942 verschwand der Name Loewe (jüdische Wurzeln) und wurde zu "Opta Radio AG".
In den letzten Kriegsjahren wurde die Produktion aus Berlin heraus verlagert, unter anderem auch nach Küps bei Kronach. 1946 wurde Siegmund Loewe wieder Eigentümer seiner Firma.
In der Nachkriegszeit war Loewe wieder erfolgreich am Markt und 1964 erschien der Name Loewe wieder im neuen Firmennamen als "Loewe Opta GmbH".
Bis 1962, dem Todesjahr Siegmund, Loewes, wird die Firma als Familienunternehmen geführt. Die Erben verkaufen im selben Jahr an zwei niederländische Gesellschaften, hinter denen Philips steckte.
Das Werk in Berlin wird 1979 aufgelöst, Firmenzentrale ist von da an Kronach.
Nachdem sich Philips 1985 wieder zurück zog, gehörte Loewe Opta zu 51,9 % der Management GBR und zu 48,1 % der Matsushita (Panasonic)
Am 7. Juli 1999 erfolgt die Börsennotierung der Loewe AG.
Auch eine Sortimentsbereinigung und die Konzentration auf hochwertige Fernsehgeräte können das Ende nicht aufhalten. Ein erster Konkurs 2013 kann in Eigenregie abgewendet werden, aber im Sommer 2019 scheint das Ende gekommen zu sein.
Willi Kempter wird in seinem Vortrag die Höhen und Tiefen sowie die technischen Highligts der damaligen Weltfirma in Wort und Bild vortragen.
Jeden Dritten Sonntag im Monat hat das Radio- und Telefonmuseum in Wertingen von 14 bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei.
In fünf Räumen werden ca. 600 Grammolas, Grammophone, Radiodetektoren, Röhrenradios, Musik – Fernsehtruhen, Tonbänder, drei Musikboxen, und vieles mehr gezeigt. Info: www.radiomuseum-wertingen.de
Im Telefonmuseum (ein eigenen Raum) kann man über 220 Exponate bestaunen - vom Klappenschrank, Autotelefon, Walzentelefon, Micky-Maus-Telefon, bis hin zur Schalt- und Relaistechnik, Münzfernsprecher und und und.
Führungen für Gruppen, Schulen, Vereine, Familien oder Radio- und Telefonbegeisterte jederzeit möglich. Telefon: 08272-84196 oder bei Otto Killensberger, Telefon: 08272-2864.
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