Mythos Volksempfänger - Vortrag im Radio- und Telefonmuseum Wertingen

Der VE 301, der Klassiker der Volksempfänger mit Bakelitgehäuse - im Radio- und Telefonmuseum kann man im Maxzin-Zimmer noch hören wie er klingt.
Wertingen: Radio- Telefonmuseum | Geschichte sehen und Hören - in seinem Vortrag am Sonntag, 16. Juni 2019 um 15 Uhr bringt Willi Kempter aus Herbertshofen im Radio- und Telefonmuseum Wertingen, Fère-Straße 1 den Volksempfänger in Wort -, Bild - und Klang den Vortragsteilnehmern näher. Eintritt frei. Heute noch fragen immer wieder Museums-Besucher nach dem "Volksempfänger". Zu Beginn der Herrschaft der Nationalsozialisten gab es in Deutschland nur etwa 4 Millionen registrierte Radiohörer. Ein Grund war sicher der hohe Preis der Radiogeräte, der etwa zwischen 220 und 600 Reichsmark lag je nach Technik und Ausführung. Bei einem durchschnittlichen Bruttolohn um 200 RM konnten sich nicht viele ein Radiogerät leisten.
Um die breite Bevölkerung mit ihrer Ideologie zu erreichen, musste schnell ein billiger Radioempfänger her. So sollten der breiten Bevölkerung die Ideologie und Reden von Führer Hitler und Propagandaminister Goebbels nahegebracht werden. Zum Festpreis von 76 RM war der neue "VOLKSEMPFÄNGER" (VE) ab August 1933 zu haben, den alle deutschen Radiohersteller nach demselben Modell anbieten mussten. Ein technisch einfaches Gerät, von dem bis zum Kriegsende in verschiedenen Varianten geschätzte 5 Mio Stück produziert wurden. Eine stark verbilligte Variante kam 1938 auf den Markt, der "Deutsche Kleinempfänger 1938", kurz DKE 38, vom Voksmund Goebbelsschnauze genannt (Klein und großes Maul).
Auch die Zahl der Gebührenzahler stieg wie gewünscht: Von 4 Millionen im Jahr 1933 auf über 12 Millionen im Jahr 1939. Die Industrie, die anfangs von dem Produktions- und Preisdiktat nicht begeistert war, kam durch die große Stückzahl schließlich doch auf ihre Kosten, besonders da auch der Absatz ihrer Markengeräte stark anstieg. Es wurde auch in der Zeit des Nationalsozialismus ein "Radio-Sende-Würfelspiel" auf den Markt gebracht. Auf dem Spielplan sind die Sender von Deutschland, Europ. Ausland und feindlichen Ausland zu finden. Auch diese Spiel ist im Radio- und Telefonmuseum Wertingen zu sehen.
Jeden Dritten Sonntag im Monat hat das Radio- und Telefonmuseum in Wertingen von 14 bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei.
In fünf Räumen werden ca. 600 Grammolas, Grammophone, Radiodetektoren, Röhrenradios, Musik – Fernsehtruhen, Tonbänder, drei Musikboxen, und vieles mehr gezeigt. Info: www.radiomuseum-wertingen.de
Im Telefonmuseum (ein eigenen Raum) kann man über 220 Exponate bestaunen - vom Klappenschrank, Autotelefon, Walzentelefon, Micky-Maus-Telefon, bis hin zur Schalt- und Relaistechnik, Münzfernsprecher und und und.
Führungen für Gruppen, Schulen, Vereine, Familien oder Radio- und Telefonbegeisterte jederzeit möglich. Telefon: 08272-84196 oder bei Otto Killensberger, Telefon: 08272-2864.
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