Neuer Hochbehälter für Gottmannshofen geht kommende Woche in Betrieb

Der in Gottmannshofen neu errichtete Wasserhochbehälter soll am Mittwoch in Betrieb gehen. Davor ist noch das alte Wasserhaus zu sehen, das damals oberhalb der im Erdreich befindlichen alten Wassertanks gebaut wurde. Foto: Ulrike Hauke

Ab Mittwoch sollen nun 900 Kubikmeter Wasser zur Verfügung stehen - die neue Wasserversorgung für die Wertinger Ortsteile Gottmannshofen, Reatshofen und Bliensbach ist nun fertig - im Mai 2016 hatten die Arbeiten begonnen. Wertingen hat sich 2014 für einen Neubau eines Wasserbehälters auf einer Anhöhe bei Gottmannshofen entschlossen. Die dort baufällige Gebäudesubstanz des alten Wasserhauses wurde moniert, außerdem fassen die unterirdisch gelegenen beiden Wasserbecken mit gerademal 500 Kubikmeter zu wenig Volumen für heutige Verhältnisse.

Bürgermeister Willy Lehmeier beschrieb während einer zurückliegenden Besichtigung die derzeitige Situation: "Für diese Ortsteile benötigen wir in Spitzenzeiten täglich knapp 550 Kubikmeter an Wasser, hinzu kommen noch eine Löschwasser- und Mindestreserve, welche im neuen Hochbehälter vorgehalten werden können." Die beiden neuen, oberirdisch errichteten Edelstahlbehälter haben ein Gesamtvolumen von 900 Kubikmetern.

Um die anstehenden letzten Arbeiten am Projekt zu koordinieren, trafen sich Jürgen Schneider, Projektleiter des bauplanenden Ingenieurbüros SLi mbH aus Augsburg und sein Mitarbeiter Paul Thiel mit Stadtbaumeister Anton Fink, Mitarbeiter Markus Felber sowie Wassermeister Norbert Brunner vor Ort. Auch die Spezialisten des Unternehmens Hydro-Elektrik GmbH aus Ravensburg waren nach Gottmannshofen gekommen. Hydro-Elektrik hat den Ein- und Aufbau der beiden Edelstahlbehälter im Inneren des Hochbehälters übernommen.

Bevor nun die neuen Tanks in Betrieb genommen werden können, musste nicht nur die Technik geprüft werden, auch die Wasserqualität muss den Vorgaben des Gesundheitsamts in Sachen Trinkwasserverordnung entsprechen. "Zuerst werden die Mess- und Steuergeräte getestet, um zu kontrollieren, ob alles richtig verkabelt und angeschlossen ist", so Thiel. In einem großen Schaltschrank gleich am Eingang des hohen Gebäudes laufen die Kabel und Stromleitungen zusammen. Als nächstes werde man dann die neuen Behälter und alle Leitungen mit einem für Trinkwasseranlagen zugelassenem Mittel gründlich desinfizieren, erklärte Thiel im Anschluss. "Nur einwandfreie Wasserproben werden vom Gesundheitsamt abgenommen", versicherte Wasserwart Brunner. Im Anschluss lief Frischwasser mit einer Geschwindigkeit von sieben Litern in der Sekunde in die beiden Edelstahlbehälter ein. "Das dauert ungefähr 36 Stunden", erklärte Thiel.

Dank der präzisen Arbeit eines Roboters, welcher die Schweißnähte an die Tanks setzte, sei auszuschließen, dass etwas undicht sein könne. Sollte es wider Erwarten dennoch irgendwo tropfen, "wäre wegen der oberirdischen Bauweise eine nachträgliche Schweißnaht kein Problem", versicherte Schneider und lobte den Hochbehälter als eine der modernsten Anlagen, die heutzutage angeboten werde. "Die Anforderungen gehen immer mehr in die Hygienesicherung der Behälter."

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es noch, bevor die Bewohner der angeschlossenen Stadtteile Gottmannshofen, Reatshofen und Bliensbach von der modernen Wasserversorgung profitieren können, sagten Schneider, Thiel und Brunner unisono: "Für den Umschluss des alten Speichers zu den neuen Wasserbehältern müssen wir in der Nacht für circa fünf Stunden das Wasser für Bliensbach komplett abstellen, da dieser Stadtteil keinen Notverbund mit dem Versorgungsnetz der Kernstadt hat." In den Nachtstunden am Mittwoch, 12. September, ab circa 20 Uhr auf Donnerstag, 13. September, sollten die Menschen in Bliensbach daher mit ihrem Wasser haushalten oder entsprechend vorsorgen. (ulha)
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