Von Schellack zu Vinyl

Eine Werbeschallplatte von VARTA. Dieser Kleine VW-Bus (Viyl-Killer) ist ein kleiner Plattenspieler, der auf einer Schallplatte fährt und diese dabei abspielt. Für die Platte ist dies aber oft nicht gut -
 
Die Innenseite der Varta-Werbeplatte.
Wertingen: Radio- Telefonmuseum | Von Schellack zu Vinyl so ist der Titel des Vortrags am Ostersonntag, 21. April im Radio- und Telefonmuseum in Wertingen, Fére-Straße 1 um 15 Uhr. Als Emil Berliner sein Grammophon 1887 erfand und 1892 die Schallplatte, begann der Siegeszug der runden Musikscheibe. Schellack war das beste Material der ersten Stunde. Bernd Schmid ehrenamtlicher Mitarbeiter des Radio- und Telefonmuseums Wertingen ist Schallplatten-Sammler, Discjockey und verantwortlich für den Wertinger-Ortssender MW 801. Schmid nimmt auch diese Sendungen, die immer an den Öffnungstagen "ausgestrahlt" werden von alten Scheiben auf. Zur Zeit erlebt die Schallplatte eine Wiedergeburt – es werden neue Hits auch wieder auf Vinyl gepresst. Es ist nicht nur Kult mit einem Plattenspieler Musik zu hören, die Klangfarbe eines guten Plattenspielers, das Ritual einen Titel aus der eigenen Sammlung rauszusuchen, die Platte mit einem Samttuch zu entstauben und dann aufzulegen  hat schon etwas nostalgisches und ist auf Partys oder Gesellschaften immer noch ein Höhepunkt. Beliebt sind auch dann so Spiele wie "Erkennen Sie die Melodie" - da wird eine Platte aufgelegt und einfach die Nadel auf einen beliebigen Punkt gelegt, und wer den Titel zuerst errät, oder den Interpreten oder auch das Jahr der Aufnahme erhält einen Punkt - probieren sie es aus, das macht Spass. Der Phonograph und dann das Grammophon brachte mit dem Beginn des 20sten Jahrhundert die Musik in die Wohnungen der Menschen. Was war das doch für ein Wunder-Ding, Stimmen und Musik von einer Wachswalze und später von einer Vinylscheibe über einen Holzkasten und einer Nadel ohne Strom zu hören. Gewiß die Klangqualität war noch nicht so ausgereift wie heute, aber es war ein technisches Wunderwerk. In etlichen Cafes und Wirtshäusern waren Grammophone mit mit Münzeinwurf (Groschengrab) zum abspielen der Schallplatte aufgestellt. Wie dann die Musikboxen Mitte der 30er Jahre ihren Siegeszug begannen, war das die Geburtsstunde der Single-Platte. Bevor in jedem Haushalt ein Plattenspieler zu finden waren, wurden die Musikboxen in den Gaststätten und Bars bereits als neues Geschäftsmodell entdeckt. Die neuesten Schlager konnte man so anhören ohne dafür gleich die Scheibe kaufen zu müssen.
Bernd Schmid wird in seinem Vortrag vom Beginn, der Herstellung, dem Erfolg und viele Geschichten zur Schallplatte erzählen, und mit Bildern und Klangbespielen einen interessanten kurzweiligen Vortrag halten. Info: www.radiomuseum-wertingen.de.
Jeden Dritten Sonntag im Monat hat das Radio- und Telefonmuseum in Wertingen von 14 bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei.
In fünf Räumen werden ca. 600 Grammolas, Grammophone, Radiodetektoren, Röhrenradios, Musik – Fernsehtruhen, Tonbänder, drei Musikboxen, und vieles mehr gezeigt.
Im Telefonmuseum (ein eigenen Raum) kann man über 220 Exponate bestaunen - vom Klappenschrank, Autotelefon, Walzentelefon, Micky-Maus-Telefon, bis hin zur Schalt- und Relaistechnik, Münzfernsprecher und und und.
Führungen für Gruppen, Schulen, Vereine, Familien oder Radio- und Telefonbegeisterte jederzeit möglich. Telefon: 08272-84196 oder bei Otto Killensberger, Telefon: 08272-2864.
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