Wertingen entdeckt ganz neue Saiten - besonderes Kinder-und Jugendprojekt gibt Einblicke in das faszinierende Instrument Gitarre

Wertingen entdeckt ganz neue Saiten (v.l.): Bärbel Schön Lothar Walter (station music), Dr. Friedrich Brändle (ganz rechts).
Zum 8. Mal wird vom 4. bis 6. Oktober das internationale Gitarrenfestival Wertingen über die Bühne gehen. Zum Auftakttag hat sich der Förderverein gerade für den Gitarrennachwuchs und den, der es werden könnte, einen Schulübergreifenden Aktionstag einfallen lassen. Gefördert vom Kulturfonds Bayern Bildung und Kultus kann das Saiteninstrument im neuen und eigenständigen Projekt „Wertingen entdeckt ganz neue Saiten“ auf vielfältige Weise kennengelernt werden.

„Gerade im multimedialen digitalen Zeitalter wollen wir die Möglichkeit für Kinder und Jugendliche schaffen, analoge, wirkliche Musik und deren professionelle Interpreten kennenlernen zu können“, so die Initiatoren. Ein Instrument lernen, in einer Band spielen oder im Chor singen, das sei manchem Kind in Deutschland verwehrt. Die soziale Schere ginge auch beim Thema Musik weit auseinander. „Je niedriger der Bildungsstatus und das Einkommen der Eltern, desto unwahrscheinlicher ist es, dass ein junger Mensch Musik macht, oder eben Gitarre spielen lernt. Dem wollen wir mit unserem neuen Projekt entgegenwirken.“ Damit niemand, auch aus Einkommens schwachen Elternhäusern ausgeschlossen wird, werden Stipendien ausgelobt. Und so wird am 4. Oktober erstmals das Projket an den vier Wertinger Schulen (Grund-, Mittel- und Realschule sowie Gymnasium) durchgeführt. Festivalleiter Johannes Tonio Kreusch und Doris Orsan, der finnische Shootingstar und Fingerstyle-Spezialist Petteri Sariola sowie der Österreicher Michael Langer geben Gesprächskonzerte. In Workshops erfahren die TeilnehmerInnen zum 300. Geburtstag von Leopold Mozart (dem Vater von Wolfgang Amadeus Mozart) Wissenswertes zum berühmten in Augsburg geborenen Komponisten, können ihren eigenen Körper zum Klangkörper werden lassen, malen zu Gitarrenmusik oder lernen den Werdegang von einem Stück Holz zur Gitarre.

Gitarre erleben

Wer noch nie eine Gitarre im Arm gehalten hat, der bekommt am 4.10 Gelegenheit und wird mit einigen Tipps und Tricks vom Profi in der Lage sein, eigene Musik zu machen und Klanglandschaften aufzubauen.
„Der persönliche Kontakt zu Künstlern kann inspirierend wirken und Kinder und Jugendliche an das Instrument heranführen. Gitarrenmusik berührt, bewegt und verbindet.“ Gerade in Zeiten zunehmender Globalisierung kommt der Musik wachsende kulturpolitische Bedeutung zu.
Damit am 4.10 das „erste Date mit der Gitarre“ möglich ist, haben die Fördervereins-Vorsitzende Bärbel Schön und Dr. Friedrich Brändle (Vereinsmitglied und Kulturreferent Stadt Wertingen) kürzlich in in Jettingen-Scheppach bei Station Music vier Gitarren gekauft, die der Förderverein dem Projekt zur Verfügung stellt. „Auch die Mittelschule und die Musikschule stellen uns Gitarren. Schön wäre es, wenn wir weitere Gitarren bekommen könnten, damit so viele wie möglich Gelegenheit haben, sich mit dem Instrument am Projekttag vertraut zu machen“, so Bärbel Schön. (mbk)
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