„MixDur“- Jubiläumskonzert im Seniorenzentrum „St. Albert“ in Zusmarshausen

Die Mischung macht’s
Einen Abend voller musikalischer Überraschungen gab es am Samstag im vollbesetzten Saal St. Albert, so voll, dass noch Stühle herbeigeschafft werden mussten. Der A-Cappella-Chor „MixDur“ mit Leiter Hans Mayer hatte für das Publikum im Jubiläumsjahr (125 Jahre Chorgesang in Zusmar-shausen) eine bunte Mischung an Liedern gewählt und hielt den einen oder anderen Kracher bereit. Wer glaubte, Chormusik sei ausschließlich der älteren Generation vorbehalten, der irrte sich gewal-tig. Denn im Publikum saßen sehr viele junge Zuhörer, die Spaß an diesem Konzert hatten. Mit ihrer Version von John Miles’ Ballade „Music was my first love“ eröffneten die neun Sängerinnen und drei Sänger das Konzert und hatten damit schon am Anfang in die Kiste der Ohrwürmer gegriffen und gezeigt, was an diesem Abend zu erwarten war. Als das Lampenfieber abgeklungen war, ging es richtig los: Ausdrucksstarke Stimmen, solistische Vorträge mit Chorbackground setzten richtige Glanzpunkte. Ein wenig Unterstützung erhielten sie von Sacha Beck aus Augsburg, der am Misch-pult für den richtigen Sound verantwortlich war.
Im ersten Teil zeigten die Akteure ihre gefühlvolle Seite – mit Musik, die unter die Haut und nicht mehr aus dem Kopf geht. Da trafen Simon & Garfunkel auf Xavier Naidoo, Kevin Olusola auf Ja-mes Taylor. Ein wirklich nie in Vergessenheit geratener Song von Simon & Garfunkel „The Sound of Silence“ wie auch ein schönes Stück Lyrik im „Dirait-on“, das Rainer Maria Rilke zu Papier ge-bracht hatte, waren eines der vielen Highlights des Abends. Beschwingt von Italien aus ging es mit „Il Carnevale di Venezia“ direkt in die Pause. Die kühlen Getränke waren sehr begehrt und sorgten dafür, dass die Kehlen nicht zu trocken wurden.

Zurücklehnen und genießen wie im ersten Teil? – Nix da!

„Es ist so schön, ein Musikant zu sein“ von Slavko Avsenik zeigte schon, dass im zweiten Teil des Konzerts ein Stimmungsfeuerwerk gezündet werden würde, das auch den letzten im Saal mitreißt. Mit eingängigen, fetzigen und vielen bekannten Melodien hatte der Chor auf einen gelungenen Ge-gensatz zu den eher getragenen Melodien des ersten Teils gesetzt. Und das kam an. Die Sängerin-nen, klar in der Überzahl, hatten den Männern das Beatboxen überlassen. Da braucht man starkes Rhythmusgefühl, wenn durch die Vibrationen von Mund, Lippen und Zunge Geräusche wie beim Schlagzeug erzeugt werden.
Die gute Stimmung hielt bis zum Schluss, denn flott und schwungvoll machten die Gastgeber bis zum Ende weiter. Hans Mayer erzählte zwischendurch amüsante Geschichten, die immer wieder für Staunen und Gelächter sorgten.
Es waren die musikalischen Schmankerln und vor allem Gute-Laune-Songs, die vergnügungssüch-tig machten, wie dem „Mona Mu, du bist meine liebste Kuh“ oder dem erfrischenden „Vogellied“ mit lustigen Zwitschereinlagen, wenn sich die Nachtigall in den Vogel Strauss verliebt. Mit dem schmis-sig inszenierten Popklassiker „Happy together“ von Frank Zappa, „Mambo“, einem der wenigen lustigen Lieder von Herbert Grönemeyer und „Zinge la baba“ aus „Der König der Löwen“ zeigten sie, welches internationale Format ein Chor haben kann. Von deutscher Romantik über afrikani-schen Gesang bis hin zu Alpenrock war alles vertreten, was sich vielstimmig und gekonnt in Szene setzen lässt wie auch „Roar“ von Kathy Perry, von Hans Mayer für acht Stimmen arrangiert. Dafür gab es reichlich Applaus.

Mit den Zugaben, die lautstark gefordert wurden, setzte der Chor noch einen darauf. Das Slavko Avsenik-Medley haute einen so richtig aus den Schuhen und spornte zum Mitklatschen an. Begeis-terung pur zeigte das Publikum bei einer der ganz großen Balladen der Popmusik „Hey Jude“ – und sang die lange Schluss-Sequenz mit.
„Geh schau doch ned so beys, diarra Hakl“ hieß schließlich der krönende Abschluss eines außer-gewöhnlichen Konzerts mit großen Stimmen und bester Stimmung: Die Mischung macht’s! (kräm)
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.