Zusmarshauser Geschichte(n): Grün ist out

Die Beamtinnen und Beamten der Polizeiinspektion Zusmarshausen sind nun auch im „neuen optischen Zeitalter“ angekommen – und sind begeistert. (Foto: Polizei)
 
Die hochwertigeren und funktionelleren Kleidungsstücke sind ein „Genuss“ für die Zusmarshauser Polizei mit ihrem Ersten Polizeihauptkommissar und Dienststellenleiter Raimund Pauli. (Foto: Polizei)

Auch in Zusmarshausen beginnt ein „neues optisches Zeitalter“,
wie Innenminister Joachim Herrmann einst formulierte. Denn die Zusmarshauser Polizei zeigt sich nun auch in neuen Farben. Die grüne, in den 70ern konzipierte Uniform wurde ausgemustert und durch eine schicke, blaue ersetzt.

Von Sonja Schönthier/pm
Schon Ende 2013 gab Innenminister Joachim Herrmann den Anstoß zur Erarbeitung einer neuen Uniformkollektion. Grund war, dass die alte Uniform, welche in den 70er Jahren konzipiert wurde, in vielerlei Hinsicht nicht mehr dem aktuellen Stand entsprach. Die Funktionalität der Gesamtkollektion und die Qualität der Materialien mit Blick auf den allgemeinen Bekleidungssektor war einfach nicht mehr zeitgemäß. Bestehende Uniformkonzepte verschiedener Nachbarländer und Bundesländer, wo sie ja schon eingeführt waren, wurden darum geprüft und von August 2014 bis März 2015 durch 500 ausgewählte Beamte im Alltag erprobt. Das Votum für den dunkelblauen Farbton fiel mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit sehr deutlich aus. Und nun brach dieses „neue optische Zeitalter“ auch in Zusmarshausen an!

Bayerisches Wappen

Die Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten können von anderen blauen Uniformträgern unter anderem durch das Bayerische Wappen mit der Aufschrift „Polizei“ am linken Oberarm, einer gold-gelben Stickerei „Polizei“ an der rechten Brusttasche und einem dreigeteilten hellblauen Streifen an den Außenseiten der Hosenbeine unterschieden werden. Das Design der Hosenstreifen orientiert sich am Ordensband des Bayerischen Verdienstordens.

Die Pakete mit den neuen Uniformen werden seit November 2016 nach und nach an die rund 27.500 Uniformträgerinnen und -träger der Bayerischen Polizei ausgeliefert.
Die Auslieferung an das Polizeipräsidium Schwaben Nord begann im März 2017, dann waren die Inspektion im Stadtgebiet Augsburg dran und danach ging es weiter in der Reihenfolge Landkreis Donau-Ries, Dillingen, Augsburg und Aichach-Friedberg. Innerhalb des Landkreises Augsburg erfolgte das Rotationsprinzip entgegen dem Uhrzeigersinn beginnend mit der Inspektion Gersthofen, weiter mit der Polizei Zusmarshausen, Polizei Bobingen und schließlich Polizei Schwabmünchen. Bis im Oktober dieses Jahres wurde die Umstellung komplett abgeschlossen.

Voller Freude sah man dem Start der Auslieferung an die Polizei Zusmarshausen mit zunehmender Ausstattung anderen Dienststellen entgegen. Und dann zog sich alles sogar noch etwas hin, weil einige Pakete mit nicht passenden Kleidungsstücken angeliefert worden waren. Die Retoursendungen verzögerten sich, weshalb erst seit Anfang Juni etwa 90 Prozent der Beamtinnen und Beamten in Zusmarshausen mit den neuen Uniformteilen ausgerüstet sind. Der offizielle Umstellungstermin wurde dann gleich fotografisch festgehalten. „Wir freuen uns, diesen historischen Wechsel bei der Bayerischen Polizei auf eine neue blaue Uniform nun auch bei der PI Zusmarshausen vollzogen sowie persönlich begleitet zu haben und so in den Genuss der hochwertigeren und funktionelleren Kleidungsstücke im Alltagsbetrieb zu kommen“, so Dienststellenleiter Raimund Pauli.

Blau und grün

Das neue Outfit dürfte aber für die Bürgerinnen und Bürger keine Überraschung mehr sein. Sicherlich hat sich die Mehrheit der Bevölkerung schon an das neue, blaue Erscheinungsbild gewöhnt. Und was passiert mit den alten Uniformen? Diese können entweder selbst entsorgt oder unentgeltlich einer gemeinnützigen Behindertenhilfe und Stiftung „Barmherzige Brüder“ in Straubing übergeben werden.

Außerdem zaubert die Stiftung „upcycelt“ aus den Stoffen andere, neue Gegenstände wie Handtaschen, Tablet-Hüllen, Geldbeutel, Sporttaschen, Rucksäcke und vieles mehr. Natürlich werden die Hoheitszeichen entfernt, um Missbrauch vorzubeugen. Aber einige Teile werden sicherlich individuell im Besitz der jeweiligen Beamten bleiben – zur nostalgischen Erinnerung.

Und zu guter Letzt: Die Umstellung der Streifenfahrzeuge auf blau erfolgt zur Kostenvermeidung für den Steuerzahler dann beim vorgesehenen Wechsel beziehungsweise den Ausmusterungen des bestehenden Fuhrparks. Es wird im Straßenbild also erst einmal beide Farben geben, blau und grün, weil es noch eine Weile dauern wird, bis auch die uniformierten Polizeifahrzeuge alle komplett auf blau umgestellt sind.
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